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Vier häufige Anwendungsgebiete für Apps in der Versicherungsbranche

Die Digitalisierung hat das Kundenverhalten geändert. Gewünscht ist digitaler Zugang zu Angeboten und Leistungen. Darauf hat sich auch die Versicherungsbranche eingestellt und bietet Apps an. Welchen Bereichen diese Apps zuzuordnen sind, zeigt Thomas Köhler (Zaigen GmbH) im Gastbeitrag.

In welchen Bereichen Apps in der Versicherungsbranche besonders häufig zum Einsatz kommen, hat Thomas Köhler im Gastbeitrag zusammengefasst.AJEL / pixabay

Mit ihren Apps verfolgen Versicherer und Vermittler ganz unterschiedliche Ziele: Abläufe verbessern, Servicelevel erhöhen oder Kosten sparen. Dabei werden verschiedene Ansätze verfolgt: Die App als Kundenportal, Vertriebshilfe oder Fortbildungsinstrument.

Die wichtigsten Ansätze bei der Konzipierung von Apps sind im folgenden zusammengefasst.

Thomas Köhler, Founder und CEO der Zaigen GmbH

1. Die Versicherungs-App als Maklerersatz

Gerade in den vergangenen Jahren kommen immer mehr Apps auf den Markt, die digital den klassischen Versicherungsmakler ersetzen möchten. Namen wie Knip, Clark oder Asuro standen oder stehen stellvertretend für diesen Ansatz*. Hierbei handelt es sich um Apps von Versicherungsmaklern, die als Vergleichsportale auftreten. Dem Kunden werden Tarife aufgelistet, aus denen er sich dann sein gewünschtes Produkt auswählen kann. Die Versicherungsnehmer haben den Vorteil, dass sie eine Übersicht der zahlreichen Angebote erhalten und sich in Ruhe für ein Produkt entscheiden können. Doch nicht jeder Versicherer ist in solchen Listen vertreten und manche Anbieter ‚steuern‘ den Besucher durch Filter auf bestimmte Produkte.
Klassische Versicherungsmakler müssen in Konkurrenz zu den digitalen Plattformen treten und sich vermehrt auf den Kundenservice konzentrieren. Gerade komplizierte Versicherungspolicen wie etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die sehr individuell gestaltet werden kann, wird von den Kunden häufig direkt vom Makler gewünscht. In einem Kundengespräch lassen sich die optimalen Bausteine finden und Erklärungen abgeben, die eine App nicht liefern kann*. Es ist davon auszugehen, dass weniger beratungsintensive Produkte auf Dauer von digitalen Versicherungsvermittlern übernommen werden. Versicherungsmakler müssen lernen, ihren Nutzen aus den Apps der digitalen Vergleichsportale zu ziehen.

2. Die Versicherungs-App für IDD-konforme Weiterbildungsstunden

Ein weiterer Bereich, in dem die Apps Einzug in die Versicherungsbranche erhalten haben, ist die Fortbildung. In der Versicherungsbranche ist die Weiterbildung gesetzlich festgeschrieben. Im Normalfall laden die Versicherungsgesellschaften zu Präsenzveranstaltungen in ihren Konferenzräumen oder in angemieteten Tagungshotels ein und bilden ihre Mitarbeiter fort. Freie Versicherungsmakler nutzen Drittanbieter für Fortbildungen, was Zeit und Geld kostet. Doch auch im Bereich der Fortbildungen spielen Apps eine große Rolle. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Anbieter bei gutberaten.de akkreditiert ist. Mit Weiterbildungs-Apps kann der IDD-Pflicht völlig flexibel nachgekommen werden.

3. Die Versicherungs-App als Kundenportal

Eine Anforderung, die viele Kunden an ihre Versicherungen stellen, ist die digitale Kommunikation. Daher besitzen die großen Versicherer Apps, die die Kunden sich auf das Handy laden und von jedem Ort und zu jeder Zeit mit dem Versicherer kommunizieren können. Besonders die Krankenversicherungen sind in diesem Bereich digitale Vorreiter. Bereits im Jahr 2018 besaßen 90 Prozent der Krankenversicherungen eine App, über die sie ihre Dienstleistungen anboten. Hierunter fällt in erster Linie der Austausch von Dokumenten. Arztrechnungen oder Krankmeldungen lassen sich problemlos digital versenden, was für beide Seiten große Vorteile mit sich bringt. Doch die Krankenkassen gehen weiter. Mittlerweile gehören beispielsweise Gesundheitstrainer zu den Apps hinzu. Diese helfen den Nutzern online bei Sportprogrammen oder einem gesünderen Leben. Besonders wichtig ist jedoch die Schadensregulierung, die über die Kundenportale digitalisiert werden kann. Hierzu laden die Versicherten ihre Rechnungen, Fotos oder Schadensprotokolle über die App ins Internet. Das Versicherungsunternehmen prüft und sendet ihre Bescheide im Anschluss ebenfalls an das digitale Postfach. Der Ablauf ist deutlich schneller und spart Porto und Papiere. Außerdem ist eine Archivfunktion jederzeit gegeben. Die Apps sind über zusätzliche Codes gesichert, sodass die Richtlinien für den Datenschutz eingehalten und die Angriffe durch Betrüger abgewehrt werden.

4. Die Versicherungs-App für Außendienstler

Eine Neuheit, die immer mehr Versicherungsgesellschaften für sich nutzen, ist die Versicherungs-App für Außendienstler. Diese bieten gerade in Kundengesprächen einen großen Vorteil gegenüber den Zeiten, in denen der Versicherungsvertreter noch mit Aktenordnern unterwegs war. Die Versicherungs-App ist meist nur für den internen Gebrauch zwischen dem Außendienstler und der Versicherungsgesellschaft. Im Kundengespräch kann während einer Beratung sehr schnell auf notwendige Daten zurückgegriffen werden. Das Einholen von Informationen mit entsprechender Verzögerung im Vertragsabschluss gehört damit der Vergangenheit an. Kommen beispielsweise Fragen zu Preisen, zu Konditionen oder zu Ausschlüssen aus dem Kleingedruckten auf, so kann der Versicherungsberater die notwendigen Informationen schnell nachlesen und muss seine Kunden nicht mehr vertrösten. Außerdem hat er die Möglichkeit, die Verträge der Kunden digital einzulesen. Selbst eine digitale Unterschrift von Neuverträgen ist über die App möglich. Der Versicherungsvermittler legt sein Tablet dem Kunden vor und dieser kann die Verträge, die Preisvergleiche oder das Kleingedruckte direkt ablesen. Mit dem zugehörigen Stift unterschreibt der Kunde direkt auf dem Tablet. Da die komplette Beratung digital stattfindet, ist die verpflichtete Beratungsdokumentation jederzeit ohne Mehraufwand gegeben.

Thomas Köhler hat die App V-Quiz mitentwickelt. Die Weiterbildungs-App ist bei gutberaten.de akkreditiert und kann kostenlos heruntergeladen werden. Die Nutzer erhalten bei dieser Quiz-App für richtige Antworten Quiz-Coins, die gegen Bezahlung in Weiterbildungsstunden umgewandelt werden können.

*Anmerkung der Redaktion: Selbstverständlich unterliegen auch sogenannte ‚Online-Makler‘ wie Clark den gesetzlichen Weiterbildungspflichten. Auch individuelle Beratung wird dort via Bildschirm oder Telefon geleistet.

 

Weiterbildung: Wie sehen die rechtlichen Bestimmungen für Versicherungsvermittler aus?

Weiterbildung ist Pflicht für Versicherungsvermittler. Dafür gibt es Anrechnungsregeln von gutberaten und Aufsichtsbehörden haben aktualisierte FAQ veröffentlicht. Im Gastbeitrag fasst Thomas Köhler (Zaigen GmbH) Hintergründe und Vorschriften zusammen.

Im Gastbeitrag fasst Thomas Köhler die umfangreichen Regeln zur Weiterbildungspflicht zusammen.

 

Die Versicherungsbranche nimmt in Sachen Weiterbildung eine ganz besondere Rolle ein. Sie ist eine der wenigen Bürotätigkeiten, in der Fortbildungen per Gesetz vorgeschrieben sind. Seit 2018 ist in einer entsprechenden Verordnung für die Branche geregelt, dass eine Weiterbildung von 15 Stunden je Kalenderjahr notwendig ist. Eine solch pauschale Anordnung bringt einige Fragen mit sich, die im Folgenden geklärt werden sollen.

Thomas Köhler, Founder und CEO der Zaigen GmbH

Weiterbildungspflicht für Versicherungsvermittler

Am 23.02.2018 fiel der Startschuss für die verpflichtende Weiterbildung von Versicherungsmaklern. Jeder, auf den die Verordnung zutrifft, muss seitdem jährlich 15 Stunden lang eine Fortbildung besuchen. Festgehalten ist dies in § 34d Absatz 9 Satz 2 der Gewerbeordnung bzw. § 48 Absatz 2 des Versicherungsaufsichtsgesetzes. Details ergeben sich außerdem aus § 7 der Verordnung über die Versicherungsvermittlung und -beratung. Die Einhaltung der Pflicht wird je nach Zuständigkeit durch die Industrie- und Handelskammern oder die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen geprüft. In erster Linie stellt sich dabei die Frage, wer von diesem neuen Gesetz betroffen ist und dementsprechend eine jährliche Weiterbildung zu absolvieren hat. Die folgende Liste gibt einen Überblick:

  • Versicherungsberater (haupt- oder nebenberuflich) mit Erlaubnis
  • Versicherungsvermittler (haupt- oder nebenberuflich) mit Erlaubnis
  • Mitarbeiter, die bei der Beratung und Vermittlung mitwirken. Indem beispielsweise Verträge aufgesetzt, Schadensfälle reguliert oder Vertriebsaufgaben übernommen werden
  • Gebundene Versicherungsvermittler nach § 37d Absatz 7 Nummer 1 GewO, wobei die Weiterbildungspflicht von den Versicherungsunternehmen sichergestellt werden muss

Zeitgleich existiert eine Negativliste von Mitarbeitern, die keine Fortbildungen nachweisen müssen. Hierzu gehören:

  • Mitarbeiter ohne konkreten Bezug zur Versicherungsvermittlung und -beratung wie etwa die Buchhaltung, die Personalabteilung, der Einkauf, das Sekretariat, der Empfang etc.
  • Produktakzessorische Versicherungsvermittler mit Erlaubnisbefreiung (diese dürfen ohne regelmäßige Fortbildung jedoch nicht mit Versicherungsunternehmen zusammenarbeiten)
  • Annexvermittler ohne Erlaubnis
  • Gewerbetreibende nach § 34d Absatz 7 Satz 1 Nummer 1 GewO
  • Auszubildende, wenn sie noch keine vertriebliche Tätigkeit bewältigen
  • Vertriebsvorstände unter Voraussetzung des § 48 Abs. 2 S. 4 VAG

Eine Versicherungsgesellschaft als juristische Person (z.B. AG, GmbH) muss sich ebenfalls fortbilden. Die Pflicht trifft in diesem Fall die gesetzlichen Vertreter wie die Geschäftsführer oder die Vorstände. Diese können die Weiterbildungspflicht delegieren, dürfen dann aber selbst nicht mehr vermittelnd und beratend auftreten. Die Delegation darf nur an Beschäftigte übertragen werden, die den Gewerbetreibenden vertreten dürfen und somit Prokura oder Handlungsvollmachten besitzen. Pro 50 Beschäftigter muss ein Delegierter mit Vertretungsrecht die Fortbildung durchführen.

Ebenfalls besteht die Fortbildungspflicht für Gewerbetreibende mit einer sogenannten Schubladenerlaubnis. Dies sind Vermittler und Berater, die eine Erlaubnis besitzen, aber nicht mehr im Register eingetragen sind und somit den Beruf nicht mehr ausüben. Die Weiterbildungspflicht ist jedoch mit der Erlaubnis und nicht mit der Registrierung verknüpft.

Fachkompetenz und personale Kompetenz im Fokus

Nachdem geklärt ist, wer sich der jährlichen Fortbildung stellen muss, ist im nächsten Schritt die Frage, was als Fortbildung anerkannt wird. Grob gesagt, lässt sich diese Frage damit beantworten, dass die Lerninhalte, die sich mit der Aufrechterhaltung der Fachkompetenz und der personalen Kompetenz zum Thema Versicherungsvermittlung und -beratung beschäftigen, als geeignet gelten. Die Weiterbildung muss den Anforderungen der ausgeübten Tätigkeiten entsprechen und so aufgebaut sein, dass Teilnehmer ihre berufliche Handlungsfähigkeit aufbauen, ausbauen oder anpassen. Dazu muss der Kundennutzen jederzeit im Vordergrund stehen.

Die Verordnung über die Versicherungsvermittlung und -beratung beinhaltet in Anlage 1 eine Übersicht der anerkannten Weiterbildungen, aus der hier einige Beispiele genannt werden sollen. Unterteilt ist sie in die Bereiche Kundenberatung, rechtliche Grundlagen, Vorsorge und Sach- bzw. Vermögensversicherung.

Kundenberatung:

  • Serviceerwartungen des Kunden
  • Besuchsvorbereitung
  • Kundenbetreuung
  • Kundengerechte Lösungen
  • Kundensituation und Kundenbedarf

Rechtliche Grundlagen:

  • Vertragsrecht
  • Pflichten im Schadenfall
  • Vermittler- und Beraterrecht
  • Wettbewerbsrecht
  • Geldwäschegesetz

Vorsorge:

  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Gesetzliche und private Unfallversicherung
  • Gesetzliche und private Krankenversicherung
  • Private Vorsorge durch Lebens- und Rentenversicherungen
  • Grundzüge der betrieblichen Altersversorgung

Sach- und Vermögensversicherung:

  • Haftpflichtversicherung
  • Kraftfahrtversicherung
  • Hausratversicherung
  • Gebäudeversicherung
  • Rechtsschutzversicherung

Die aufgeführten Beispiele sind nur ein kleiner Teil einer langen Liste, die die Anforderungen an ein Weiterbildungsthema für Versicherungsmakler erfüllen. Außerdem ist die besagte Liste nicht abschließend, wodurch zahlreiche weitere Themenfelder behandelt werden können, die einen Bezug zur Versicherungsvermittlung und -beratung besitzen. Beispielhaft seien hier die Themen Transportversicherung, Cyberversicherung oder Warenkreditversicherung genannt, falls sich der Versicherungsmakler hierauf spezialisieren möchte. Neben der Anlage 1 aus der Verordnung über die Versicherungsvermittlung und -beratung existiert die Anlage 1 aus dem Versicherungsaufsichtsgesetz. Auch hier sind Themen gelistet, die den Anforderungen an eine Weiterbildung gerecht werden, falls ein Bezug zur Versicherungsvermittlung und -beratung hergestellt werden kann.

Beispiele aus der Anlage 1 Versicherungsaufsichtsgesetz:

  • Krankheit: Tagegeld
  • Schienenfahrzeug-Kasko
  • Hagel-, Frost- und sonstige Sachschäden
  • Luftfahrzeughaftpflicht
  • Verschiedene finanzielle Verluste wie Gewinnausfall
  • Tontinengeschäfte
  • Fondsgebundene Lebensversicherungen
  • Hypothekendarlehen

Eine offizielle Negativliste, welche Themen von Veranstaltungen nicht angerechnet werden können, besteht nicht. Beispielhaft seien hier Weiterbildungen mit versicherungsfremden Inhalten genannt, wozu das Gesundheitsmanagement des Lernenden oder allgemeine betriebswirtschaftliche Themen zählen. Außerdem sind die Themen Finanzanlagen, Immobiliendarlehen und Bausparen nicht anerkannt. Sollten nicht relevante Themen Bestandteil einer Schulung sein, so muss diese Zeit von der Fortbildungszeit abgezogen werden.

Nachweisbarer Lernabschluss

Im folgenden Kapitel sei ein Blick auf die Möglichkeiten gerichtet, die einem Versicherungsmakler für eine Fortbildung zur Verfügung stehen. Vorab gesagt: Es gibt keine Liste von zertifizierten oder staatlich anerkannten Anbietern. Dies liegt daran, dass die IHK keine Anbieter von Weiterbildungsmaßnahmen listen und somit bevorzugen darf. Dennoch gibt es klare Anforderungen an die Qualität der Weiterbildungen, welche in Anlage 3 der Verordnung über die Versicherungsvermittlung und -beratung aufgeschlüsselt sind. Es herrschen Ansprüche an die Planung, die systematische Organisation und die Fortbilder.

Planung:

  • Die Weiterbildung ist mit zeitlichem Vorlauf konzipiert
  • Die Weiterbildung ist in nachvollziehbarer Form beschrieben
  • Die Weiterbildung liegt einem Ablaufplan zugrunde

Systematische Organisation:

  • Im Vorfeld erhalten Teilnehmer eine Einladung in Textform
  • Die Einladung enthält eine Beschreibung der Weiterbildungsmaßnahme inklusive Angabe von Zeitstunden
  • Die Anwesenheit der Teilnehmer wird verbindlich dokumentiert und archiviert (bei einem Selbststudium geschieht dies über nachweisbare Lernkontrollen)

Durchführende der Weiterbildung:

  • Die Fortbilder verfügen über eine erforderliche Fachkompetenz zum behandelten Thema
  • Systematische Prozesse sorgen für eine Einhaltung der Anforderungen

Methoden und Kontrolle der Weiterbildung

Die Methode der Weiterbildung kann in beliebiger Form erfolgen, solange die Anforderungen aus Anlage 3 der VersVermV beachtet werden. Auch eine Kombination unterschiedlicher Methoden, wie es etwa beim Blended Learning der Fall ist, wäre möglich. Anbei ein paar Beispiele für die Methoden der Weiterbildung:

Klassische Präsenzveranstaltungen wie Seminare oder Tagungen

  • Webinare als Onlinevariante der klassischen Seminare
  • Blended-Learning (eine Kombination aus der klassischen Präsenzveranstaltung mit Selbstlern-Elementen, die der Durchführende kontrolliert)
  • Einzeltraining
  • Selbststudium mit Materialien, bei denen ein Lernerfolg erreicht werden muss
  • Betriebsinterne Schulungen in geeigneter Form

Die Nachweise zu den Weiterbildungsmaßnahmen sind von den Personen aufzubewahren, die zu einer Weiterbildung verpflichtet sind oder eine Delegation dazu erhalten haben. Die Aufbewahrungspflicht für diese Formulare beträgt fünf Jahre. Als Aufbewahrungsort sind die Geschäftsräume zu wählen. Die Nachweise müssen mindestens Auskunft über folgende Punkte geben:

  • Name und Vorname des Gewerbetreibenden oder Beschäftigten
  • Datum, Umfang, Inhalt und Bezeichnung der Weiterbildungsmaßnahme
  • Firma, Adresse und Kontaktdaten des Durchführenden der Weiterbildung

Die Nachweise zur Weiterbildung müssen der IHK nicht automatisch vorgelegt werden. Dies ist erst der Fall, wenn eine Aufforderung dazu eingegangen ist. Die IHK führt Stichprobenkontrollen durch und hat als Ziel, 10 Prozent der zur Weiterbildung verpflichteten Personen zu überprüfen. Außerdem kann die IHK aus folgenden Gründen eine Überprüfung einleiten:

  • Hinweise durch Dritte über fehlende Weiterbildungen
  • Hinweise auf Falschberatung
  • Nichtzahlung öffentlicher Abgaben
  • Zweifel an der ordnungsgemäßen Weiterbildung
  • Fehlende Weiterbildungen in den Vorjahren

Die Eingangs angesprochenen kürzlich veröffentlichten FAQ der Aufsichten stellte u.a. dar, dass

  1. Auszubildende im Bereich der Versicherungsvermittlung nicht der Weiterbildungspflicht unterliegen. Eine Ausnahme gilt, diese wären außerhalb des Ausbildungsverhältnisses noch vertrieblich tätig.
  2. Schulungen zu versicherungsspezifischer Beratungs- und Angebotssoftware sowie zur elektronischen Antragsaufnahme können als Weiterbildung angerechnet werden.
  3. Die Tätigkeiten als Dozent, Vortragender oder Trainer können einmalig pro Kalenderjahr in der Höhe der Stunden anerkannt werden, sofern diese auch für die Teilnehmer anerkannt werden.

Ebenso wurde klargestellt, dass es sich bei der Schadensbearbeitung und -regulierung grundsätzlich um Versicherungsvertrieb i. S. d. § 7 Nummer 34a VAG i. V. m. Artikel 2 Absatz 1 Nummer 1 IDD handelt. D.h. demnach sind auch diese Mitarbeite von der Weiterbildungspflicht erfasst.

Über den Autor:
Thomas Köhler hat die App V-Quiz mitentwickelt. Die Weiterbildungs-App ist bei gutberaten.de akkreditiert und kann kostenlos heruntergeladen werden. Die Nutzer erhalten bei dieser Quiz-App für richtige Antworten Quiz-Coins, die gegen Bezahlung in Weiterbildungsstunden umgewandelt werden können.

 

 

Jeden Tag ein bisschen Weiterbildung

Foto: © contrastwerkstatt – stock.adobe.com

Nicht zuletzt aufgrund der IDD-Richtlinie ist für Versicherungsvermittler das Thema Weiterbildung enorm wichtig. Mit der App V-Quiz kann die gesetzliche Pflicht per Microlearning erfüllt werden. 

Eine der wichtigsten Komponenten beim Lernen ist die Wiederholung. Um diese regelmäßig in den Arbeitsalltag einbinden zu können, gibt es mit Microlearning eine besondere Form des E-Learnings. Dabei wird der zu lernende Stoff in kleine, leicht konsumierbare Einheiten zum Selbstlernen unterteilt. Somit wird die Hürde niedriger, tatsächlich jeden Tag etwas für die eigene Weiterbildung zu tun. Wenn jede tägliche Lektion mit einem Erfolgserlebnis endet, wird zudem die Motivation gesteigert, am nächsten Tag weiter zu lernen.

Auf das Microlearning setzt auch die App V-Quiz, die mehr als 7.000 Fragen aus dem Versicherungsbereich bietet, die in zehn Sachbereiche untergliedert sind, darunter Basiswissen, Sachversicherung oder Finanzen. Bei den Mulitple Choice-Fragen stehen jeweils vier Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Bei jeder richtigen Antwort gibt es einen Quiz-Coin. Um eine dokumentierte Weiterbildungsstunde zu schaffen, sind 100 Quiz-Coins nötig. Wenn ein Vermittler an 220 Arbeitstagen im Jahr täglich fünf bis zehn Fragen beantwortet, kann er theoretisch seine gesamte von der IDD geforderte Weiterbildungszeit von 15 Stunden per V-Quiz erfüllen. Die App ist in allen drei Ländern der DACH-Region akkreditiert und erfüllt in Deutschland die Voraussetzung für die Weiterbildungsinitiative gutberaten. (ahu)

Corona fordert Versicherungsmitarbeiter heraus

Thomas Köhler

Corona und die staatlichen Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben die Lebenswelt vieler Menschen gründlich durcheinander gerüttelt. Viele Kunden meinen dabei, gegen den einen oder anderen Schaden vielleicht doch versichert zu sein – und stellen Versicherungsmitarbeiter nicht selten vor hochkomplexe Fragen. Für die sollte man als Versicherungsmitarbeiter in diesen Zeiten unbedingt gut gerüstet sein.

Zahlreiche Fragen die es zuvor nie gab

Das durch die Medien wohl allgemein bekannteste Beispiel ist die Sache mit den Betriebsschließungsversicherungen. Vor zwei Jahren hätte sich noch gar niemand vorstellen können, dass der Staat mit seinem Lockdown plötzlich nahezu alle Betriebe auf einmal „dichtmacht“ – man hätte noch nicht einmal mit dem Wort „Lockdown“ irgendetwas anzufangen gewusst. Und natürlich hatte ein solches Szenario auch niemand zuvor in die Verträge mit einkalkuliert.

Die Kunden indes stellten sich auf den Standpunkt, sie seien doch klar gegen Betriebsschließungen versichert – und das sei nun eben eine Betriebsschließung. Der Konflikt eskalierte an vielen Stellen, Gerichte wurden bemüht, die in vielen Fällen durchaus eine Leistungspflicht der Versicherer sahen – manche Urteile dagegen wiederum nicht. Zumindest in Bayern schaffte man es mittlerweile, mit Druck der Politik einen von beiden Seiten akzeptierten Kompromiss auszuhandeln – der nach neuerlicher Begutachtung aber juristisch nun wieder auf tönernen Füßen steht. In vielen anderen Fällen in anderen Bundesländern streitet man noch erbittert.

Das ist sicherlich das Extrembeispiel für Fragen, die es ohne Corona und Lockdown wohl nie gegeben hätte. Es ist aber bei weitem nicht die einzige solche Frage. Auch in anderen Bereichen wenden sich Kunden oft mit Fragestellungen an ihre Versicherungsberater, die völlig neue, hochkomplexe und manchmal auch nur völlig ungewohnte Szenarien darstellen. Im Bereich der Reiseversicherungen gibt es immer wieder zahlreiche Fragen, aber auch im Bereich der Krankenversicherungen – und im Bereich des Rechtsschutzes, wenn der eine oder andere erwägt, sich gerichtlich gegen einzelne staatliche Maßnahmen zu wehren. Da viele Menschen in Lockdown-Zeiten gerade den größten Teil der Tage im Haus verbringen, entstehen auch hier immer wieder Schäden, die man ansonsten als eher ungewöhnlich angesehen hätte – und die nun reguliert werden sollen.

Viele Szenarien sind eine Herausforderung

Man muss an dieser Stelle einmal kurz eine Lanze für alle Mitarbeiter in der Versicherungswirtschaft brechen: Die Branche ist eine der wenigen, in denen der gesamte Geschäftsbetrieb nahezu uneingeschränkt am Laufen gehalten wird, Mitarbeiter sind trotz Pandemie und Lockdown umfassend für ihre Kunden da und schlagen sich Tag für Tag auch tapfer mit den kompliziertesten Szenarien herum und versuchen für Kunden akzeptable Lösungen zu finden und problematische Situationen der Kunden so gut als möglich

abzufedern. Selbst der Consumer Trends Report lobt neben der Kulanz der Versicherungsunternehmen auch das Engagement auf der Kundendienstseite. Den engagierten Versicherungsmitarbeitern, Versicherungsberatern und Maklern gebührt hier sicherlich ein ausdrückliches Lob für ihre hohe Kundenorientierung.

Zumal die Aufgabe nicht immer leicht ist – und viele Fragestellungen hochkomplex sind. Das liegt mitunter auch daran, dass Vertragsbedingungen oft mehrdeutig oder sehr kompliziert angelegt sind, ebenso die Formulierungen für Ausschlüsse. Das hat zuletzt auch die Eiopa bemängelt und gleich auch mehr Einheitlichkeit über Sparten, Produkte und Märkte angemahnt, wenn es um Ausschlüsse in Bezug auf Pandemien geht.

Die aktuell gültigen Verträge sind aber nun einmal das, womit man bei der Versicherung gerade arbeiten muss. Das fordert nicht zuletzt auch das eigene Wissen und die eigene Fachkompetenz als Versicherungsmitarbeiter immer wieder in hohem Maß heraus. Sich allein mit Pandemie-Ausschlüssen auseinanderzusetzen ist dabei nicht ausreichend, da auch in vielen anderen Bereichen, etwa bei den Sachversicherungen, Fragen auftauchen, die man aus dem gewohnten „Tagesgeschäft“ so kaum oder überhaupt nicht kennt. Man muss auch immer wieder einmal Szenarien oder Schadensverläufe bewerten, von denen man zuvor nicht gedacht hätte, dass es sie so geben würde.

Dem eigenen Wissen entspannt auf die Sprünge helfen

Sein eigenes Fachwissen aufzufrischen, kann in Situationen wie diesen eine gute Hilfe und eine wertvolle Unterstützung für die tägliche Arbeit sein. Die alten Bücher hervorzukramen und abends durchzuackern, ist dabei eher unerquicklich – zum Glück gibt es aber auch eine etwas angenehmere Art, das zu tun.

Gemeint ist eine App mit dem Namen V-Quiz, die es auf spannende Art und Weise erlaubt, das eigene Wissen in allen Bereichen der Versicherung – vom Fachwissen zu Sachversicherung und Personenversicherung über Vermögensversicherung bis hin zu Recht, Organisation, Strategie und Schadensregulierung – wieder gründlich aufzufrischen. Das geht über ein flottes Quiz auf dem Smartphone und Tablet, für alles, was man (noch) wusste, kann man dabei Coins sammeln. Angenehmerweise ist die App völlig kostenlos und läuft problemlos auf jedem Gerät, ein laufendes Quiz kann man jederzeit unterbrechen und später fortsetzen.

Wer für dieses Jahr noch seine IDD Weiterbildungsstunden braucht, profitiert von der App dabei gleich doppelt: jeweils 100 erreichte Coins in der App kann man (in diesem Fall gegen eine Gebühr) direkt in eine IDD Weiterbildungsstunde umwandeln lassen, da V-Quiz bei gutberaten.de akkreditiert ist. Die Punkte können direkt aus der App heraus in IDD Stunden umgewandelt werden, in Deutschland erfolgt danach ein direkter Eintrag in die gutberaten.de-Datenbank, für Österreich und die Schweiz wird jeweils eine Teilnahmebestätigung versendet bzw. es erfolgt ein Eintrag in die entsprechende Datenbank.

Damit ist die Sorge um die notwendigen und vom Staat streng kontrollierten Weiterbildungsstunden direkt vom Schreibtisch aus erledigt, Reisen zu anderen Orten für Weiterbildungsveranstaltungen, die derzeit vielfach ohnehin nicht stattfinden, können mit ruhigem Gewissen entfallen. Die meisten haben gerade auch so genug um die Ohren. Die notwendige Weiterbildung dieses Jahr digital und online stattfinden zu lassen, schafft zumindest etwas Erleichterung.

Natürlich kommen auch andere Online-Weiterbildungsveranstaltungen als Alternative zum Tragen, sie bieten einen ähnlichen Komfort und eine vergleichbare Sicherheit, da man Massenveranstaltungen und Hotelaufenthalte so ebenfalls aus dem Weg gehen kann. Wem es aber vor allem um das umfangreiche Auffrischen seines Grundlagenwissens geht, der ist vermutlich mit V-Quiz als Alternative besser bedient, da Fortbildungsveranstaltungen meist nur ein oder zwei Themen abdecken, die App dagegen den gesamten Wissensbereich. Sie zeigt zudem recht schnell auf, in welchem Bereich es beim eigenen Wissen am meisten mangelt. Dort kann man dann schnell und gezielt nacharbeiten und ist dann wissensmäßig in kurzer Zeit wieder auf aktuellem Stand. Wer keine IDD-Stunden braucht, kann die App sogar komplett kostenlos nutzen.

Fazit: Herausforderungen begegnet man am besten mit Einsatz und Wissen

Die aktuelle Zeit ist für viele Menschen sehr herausfordernd – und sie ist es auch für Mitarbeiter in Versicherungen, die dafür sorgen sollen, dass die Schäden der bei ihnen Versicherten so gering wie möglich bleiben. Als Versicherungsmitarbeiter begegnet man solchen Herausforderungen am besten mit einem unverstellten Blick auf die wirklichen Probleme der Kunden, mit Kundenorientierung und umfassendem, kompetenten Fachwissen. Das kann man sich durchaus auch auf sehr einfache Weise digital erwerben – Hauptsache, man hat es.

Über V-Quiz:

V-Quiz als IDD-konforme Lern-App in der gesamten EU einführen, sodass es den rund 1 Mio. Versicherungs-vermittlern ermöglicht wird, sich qualitativ hochwertig auf digitale Weise weiterzubilden.

Mittendrin – Was es im digitalen Vertrieb zu beachten gilt

Eine Schnellanalyse von Thomas Köhler

Die Arbeitswelt befindet sich in einem grundlegenden Wandel, von der auch die Versicherungswirtschaft bereits betroffen ist. Die Digitalisierung erhält Einzug in die Büros der Makler und auch viele Kunden sind bereits an einem elektronischen Austausch interessiert. Die Corona-Pandemie tritt dabei nur als Brandbeschleuniger für einen Fortschritt auf, der längst begonnen hat.

An manchen Stellschrauben wie beispielsweise der Weiterbildung oder dem Auswerten von Datenmengen bringt die Digitalisierung der Versicherungsbranche viele Vorteile. Ein Blick auf die Kundschaft macht die Nachfrage deutlich. 78 % der Deutschen wünschen sich nach einer Studie von Bain & Company eine digitale Interaktion mit ihrer Versicherung. Hiermit ist nicht nur die Kommunikation gemeint, sondern auch der Abschluss von Verträgen oder die Bearbeitung von Schadensfällen. Jeder zweite Kunde hat laut Bitkom bereits einen Vertrag online abgeschlossen, wobei die Zahl bei den unter 30-Jährigen schon bei knapp zwei Dritteln liegt. Bei dieser starken Nachfrage wird kein Versicherungsanbieter den Kundenwunsch nach mehr Digitalisierung ablehnen können. Von daher ist es sinnvoll, dass sich die gesamte Branche dem Wandel stellt.

STANDARDISIERTE PRODUKTE ONLINE ABSCHLIESSEN

Noch ist die Zeit für einen Wandel zur Digitalisierung vorhanden, denn aktuell werden noch immer 92 % aller Verträge vor Ort abgeschlossen, wie eine Studie aus dem Jahr 2019 zeigt. Doch die Onlineabschlüsse nehmen deutlich zu. Gerade standardisierte Produkte wie Reiserücktritt, Hausrat oder Rechtsschutz liegen bei den Onlineabschlüssen ganz weit oben. Diese Produkte sind bei den meisten Versicherungen mittlerweile über das Internet abzuschließen. Kompliziert wird es hingegen bei komplexeren Themen wie etwa der Berufsunfähigkeit oder der privaten Altersvorsorge. Die Versicherungen, die diese Produkte als Erstes flächendeckend und gleichwertig online anbieten, werden einen Vorteil gegenüber den Marktbegleitern haben. Viele Kunden wünschen sich einen Versicherungsabschluss, der vollständig digital abläuft. Dank Internet ist dies problemlos möglich. Zwar müssen die gleichen Voraussetzungen wie bei einem persönlichen Vertragsabschluss eingehalten werden, jedoch sind die technischen Möglichkeiten hierfür gegeben.

Damit eine Versicherung abgeschlossen werden kann, müssen zwei Willenserklärungen aufeinandertreffen, was online stattfinden darf. Für die notwendigen Informationspflichten, denen Versicherungen gerecht werden müssen, existieren entsprechende Bestätigungsverfahren im Internet, die die Kunden per Klick auswählen. Auch dies ist bereits gängige Praxis. Die rechtlichen Fragen sind somit geklärt und sprechen für eine Digitalisierung der Versicherungsbranche.

Zum digitalen Vertragsabschluss kommt hinzu, dass viele Kunden Vergleichsportale nutzen und dort die Preise und Leistungen zahlreicher Versicherer aufgelistet bekommen. Besonders die einfachen Versicherungsprodukte lassen sich für die Kunden über diese Plattformen leicht abschließen. Versicherungen sollten somit darauf achten, auf Vergleichsportalen gelistet zu sein, da ihnen sonst wichtige Geschäfte entgehen könnten. Viele Makler sehen die Digitalisierung als Problem, da sie das Verkaufsgespräch nicht mehr für einen Rundumschutz nutzen können. Hier sind kreative Alternativen gefordert. So kann beispielsweise ein Vertragsabschluss im Internet immer auch von einem digitalen Kundengespräch begleitet werden. In einem kurzen Online-

Meeting können die Makler weitere Versicherungsprodukte anpreisen oder komplexere Versicherungen erklären. Zudem ist das Verknüpfen von Angeboten wichtig. Schließt ein Kunde beispielsweise eine Versicherung für sein neues E-Bike online ab, so sollte ihm automatisch auch eine Unfallversicherung angeboten werden, die er dann beispielsweise vergünstigt in einem Paket abschließen kann.

Mit dem digitalen Vertragsabschluss sind die Anforderungen an eine moderne Versicherung noch nicht erfüllt. Viele Kunden gehen weiter und wünschen sich eine digitale Versicherungsakte, über die die gesamte Kommunikation mit der Versicherung abgewickelt wird. Die Versicherungsakte muss sicher sein. Beispielsweise können sich die Versicherungsnehmer über ein Login mit zusätzlichem TAN-Verfahren in ihre digitale Akte bei der jeweiligen Versicherung einloggen. Auch hierfür sind bereits zahlreiche sichere Verfahren auf dem Markt. In der digitalen Akte können die Kunden alles einsehen, was sie betrifft. Zum einen sind dies selbstverständlich die Policen inklusive der Leistungen und Kosten. Zudem sollten verschiedene Möglichkeiten der Kontaktaufnahme zu einem Kundenberater gegeben sein. Der Kunde muss sich jederzeit betreut und abgeholt fühlen.

Besonders wichtig ist zudem die digitale Schadensbearbeitung. Versicherungen müssen für eine hohe Kundenzufriedenheit den Servicegedanken leben und die Schadensabwicklung daher intuitiv bereitstellen. Der Kunde sollte die Möglichkeit haben, seine Dokumente, Notizen und Rechnungen zu einem Schadensfall mit einfachen Mitteln hochladen zu können. Die gesamte Abwicklung findet im Anschluss transparent in der digitalen Versicherungsakte statt.

Für Versicherungsanstalten ist die digitalen Akte jedoch nicht nur Aufwand. Die Institute können sich diese zunutze machen, indem Sie beispielsweise Werbung gezielt über die digitalen Postkörbe versenden. Außerdem werden in vielen Versicherungshäusern noch IT-Programme aus dem 20. Jahrhundert verwendet. Die digitale Kundenakte ist somit eine ideale Möglichkeit, die eigenen System umzustellen und alle Beteiligten davon profitieren zu lassen.

VERMARKTUNG VON PRODUKTEN GEZIELT STEUERN

Die Digitalisierung bringt gerade für Versicherungsanstalten einen schönen Nebeneffekt, den sie für ihre Produkte nutzen können. Es geht in diesem Fall um Big Data und das Internet of Things. Viele Gegenstände im Alltag werden nach und nach mit dem Internet verknüpft. So lassen sich beispielsweise Autos verfolgen, die Sensoren von Maschinen auslesen oder Gesundheitsdaten auf der Uhr nachlesen.

Die Möglichkeiten, die sich hieraus für Versicherungen ergeben, sind enorm. Zum einen helfen die Daten bei der Bearbeitung von Versicherungsfällen, da Betrügereien schneller aufgedeckt werden und zum anderen lassen sich hieraus individuelle Produkte erstellen. Ein Kunde kann so über seine mit dem Auto gefahrenen Kilometer selbst die Kosten bestimmen. Oder ein Sportler bekommt für jeden gemachten Lauf, den er über seine vernetzte Uhr aufzeichnet, eine Gutschrift bei der privaten Krankenversicherung. Die Zeiten von Bonusheftchen neigen sich dem Ende entgegen. Die Digitalisierung geht jedoch einen Schritt weiter und eröffnet zusätzliche Chancen.

Ein zweiter großer Vorteil der globalen Datensammlung sind die personalisierten Vertriebsmöglichkeiten für Makler. Wo bisher mit dem Gießkannenprinzip pauschal die eigenen Leistungen beworben wurden, können dank genauer Analysen und Individualisierungsmöglichkeiten die Werbemaßnamen auf den einzelnen Menschen zugeschnitten werden. Über Datensammlungen lässt sich feststellen, wer wie viel Einkommen hat, welchen Hobbys er oder sie nachgeht und wie es um die Familiensituation bestellt ist. Hieraus errechnen Computer die perfekten Versicherungspolicen, die im Anschluss den potenziellen Kunden individuell zur Verfügung gestellt werden. Die Werbung wird hierdurch deutlich effizienter und es entstehen keine zusätzlichen Kosten im Werbeetat. Versicherungen, die den wichtigen Schritt in das digitale Zeitalter wagen, werden am Ende wirtschaftlich davon profitieren.

Die Vorteile der neuen Produktmöglichkeiten und der speziellen Werbemaßnahmen wurden bereits erklärt. Hierdurch lassen sich die Gewinne steigern. Doch auch Kostenersparnisse werden durch die Digitalisierung auf Dauer ermöglicht. Laut einer Studie von Bain & Company lassen sich bis zu 30 % auf der Kostenseite einsparen. In erster Linie sei hier das Schadenmanagement genannt. Eine verstärkte Prävention, die spezielle Risikoauswahl und eine Vermeidung von Betrugsfällen ermöglichen die eingesparten Kosten. Dadurch, dass viele Geräte ihren Einsatz aufzeichnen, lassen sich für Versicherungen einfacher die Fälle rekonstruieren. Außerdem können Sie dank gesammelter Daten von Beginn an potenzielle Gefährdungen ausschließen.

Versicherungen sparen hierdurch viel Geld, doch auch die Preise ihrer Produkte sinken. Von den günstigeren Produkten profitieren wiederum die Kunden, die letztendlich über die Preisgabe ihrer Daten mitentscheiden, wie teuer die Policen ausfallen. Eine Versicherung, die die Digitalisierung besser bewältigt als ihre Wettbewerber, kann somit Kosten sparen und gleichzeitig günstigere Produkte anbieten. Eine sogenannte Win-Win-Situation für alle Beteiligten entsteht hieraus.

Neben den Einsparungen bei der Schadensbearbeitung können Versicherungen auf weiteren Wegen von der Digitalisierung profitieren. Durch ein geringeres Interesse an Beratungsgesprächen lassen sich Kosten im Direktvertrieb einsparen. Außerdem ist die digitale Kundenakte eine sehr gute Möglichkeit, der Papierflut Herr zu werden und dadurch die Kosten für Porto, Papiere und Aktenräume klein zu halten. Ein Bereich der Digitalisierung, der innerhalb der Versicherungsbranche bisher größtenteils missachtet wurde, ist die Weiterbildung. In der Versicherungsbranche sind regelmäßige Weiterbildungsstunden Pflicht.

Wo jedoch bisher jede Versicherung aufwendig ihre Seminare abhalten ließ, spielt fortan die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Eine App, die die Anforderungen des IDD-Standards erfüllt, ist V-Quiz. Hier können Makler ihre IDD Stunden anhand eines Quizzes erfüllen. Der Versicherungsmakler führt die IDD Stunden immer dann durch, wenn er die Zeit dafür findet.

Es gilt die Vorteile der digitalen Welt klug für sich zu nutzen. Auch wenn es ab und an eine Eingewöhnungszeit benötigt, so bietet es doch eine Menge Vorteile.

Thomas Köhler,

Founder & CEO von V-Quiz, der Zaigen GmbH

 

 

 

Die zehn größten Änderungen der Versicherungsbranche in 30 Jahren

Die Versicherungsbranche hat sich in den letzten drei Jahrzehnten dank vieler Innovationen radikal gewandelt. Thomas Köhler, Founder und CEO der Schweizer Zaigen GmbH, blickt in seinem Gastbeitrag auf zehn Dinge, die heute selbstverständlich sind – aber vor ein paar Jahren beinahe noch undenkbar schienen.

Aktenordner – die Datenträger der 90er (Symbolbild).Csaba Nagy / pixabay.com

 

Vom Mauerfall bis zur Corona-Pandemie: In gut drei Dekaden ist seit Ende der 1980er Jahre viel passiert. Durch die Digitalisierung gab es zudem einen erheblichen Einschnitt, der Wirtschaft und Privatleben fundamental gewandelt hat. Gesellschaftliche und technische Entwicklungen aus dieser Zeit haben sich auch in der Versicherungsbranche niedergeschlagen.

Zehn der größten Veränderungen, die 1990 wohl noch niemand ahnen konnte, sind hier zusammengestellt.

  1. Vergleichsportale für Versicherungen

Heute klingt es beinahe unvorstellbar, aber früher hatten Kunden fast immer einen festen Ansprechpartner vor Ort, bei dem sie alle Versicherungen abgeschlossen haben. Heute führt der erste Weg üblicherweise zu einem Vergleichsportal. Dort konkurrieren Versicherer aus der gesamten Bundesrepublik miteinander. Wer Kunden zu sich in die Niederlassung locken möchte, muss sich etwas einfallen lassen. Ein zentrales Argument ist immer der gebotene Service.

 

Thomas Köhler

Founder und CEO der Zaigen GmbH

 

  1. Online-Beratung statt Besuch vor Ort

Service ist direkt das Stichwort für den zweiten Punkt: Moderne Versicherungsmakler setzen selten nur auf das persönliche Gespräch vor Ort. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Kunden online anzusprechen. Erste Versicherungen bieten zudem Portale, über welche die Abwicklung zahlreicher Prozesse online möglich ist – inklusive Kommunikationskanal zwischen Kunden und Vermittlern.

  1. Mehr Richtlinien zur Regulation

Von neuen Beratungspflichten über die Dokumentation bis zur europäischen Vertriebsrichtlinie IDD gibt es zahlreiche neue Regeln und Vorschriften. Sie alle erhöhen den Aufwand, den Versicherungsmakler betreiben müssen. Auf der anderen Seite soll die Regulation für mehr Sicherheit auf dem Markt für Finanzprodukte sorgen. Die hohen Anforderungen lassen sich oft nur dadurch erfüllen, dass Versicherungsvermittler spezielle Software einsetzen.

  1. Individuelle Risikoabschätzung

Der nächste Trend wird sich wahrscheinlich erst in ein paar Jahren richtig bemerkbar machen. Ausgelöst wird er von den Möglichkeiten des mobilen Internets. Mit zunehmender Konnektivität steigt die Menge an Informationen und Daten immens an. Diese bilden eine Grundlage für individuelle Tarife. Bestes Beispiel ist wohl die Kfz-Haftpflicht, die sich nach dem (überwachten) Fahrverhalten des Versicherten richtet. Bestes Verkaufsargument sind die sinkenden Beiträge, wenn der Fahrer angemessen und regelkonform unterwegs ist.

Hinter den Kulissen steigt der Anspruch an die Tariferstellung dadurch erheblich an. So müssen alle Daten erfasst, verarbeitet und interpretiert werden. Zudem kommen auf die Makler zunehmend Diskussionen um Datenschutz und IT-Sicherheit zu. Diese Aspekte hätten daher getrost einen eigenen Unterpunkt in dieser Aufzählung verdient.

  1. Digitale Weiterbildungsmöglichkeiten

Seit 2018 besteht eine Weiterbildungspflicht für Versicherungsvermittler im Umfang von 15 Stunden pro Jahr. Diese gilt sogar dann, wenn die Vermittlung nur als Nebentätigkeit ausgeübt wird. Um die Weiterbildung gemäß IDD durchzuführen, gibt es verschiedene Optionen. Hier sei als Beispiel die App V-Quiz genannt. Die kostenlos zum Testen verfügbare App (verfügbar in Ihrem App- bzw. Play Store) ist im Stil eines Quiz konzipiert, bei dem der Nutzer Quiz-Coins sammelt. Diese lassen sich dann in Weiterbildungsstunden umrechnen und anerkennen. Gut zu wissen: Die Akkreditierung der Lernapp für Versicherungsvermittler erfolgte bei gutberaten.de. Mehr Informationen unter www.v-quiz.com.

Die zehn größten Änderungen der Versicherungsbranche in 30 Jahren

  1. Demographischer Wandel

Anfang der 1990er Jahre war ein deutscher Bundesbürger im Mittel etwa 28 Jahre alt. Dieser Mittelwert hat sich erheblich gewandelt, 2020 ist das Durchschnittsalter auf über 40 Jahre gestiegen. Das hat selbstverständlich erhebliche Auswirkungen auf viele Bereiche, so auch auf die Versicherungsbranche. Das zeigt sich schon daran, dass vermehrt altersspezifische Tarife angefragt werden. Auch die private Altersvorsorge ist ein großes Thema geworden, seitdem die Renten vielen nicht mehr ausreichen. Ein zweiter Effekt: Es gibt weniger potentielle Neukunden, um die Versicherungsvermittler konkurrieren. Das verschärft den Wettbewerb, insbesondere bei Tarifen, die in jungen Jahren abgeschlossen werden.

 

Aktenordner – die Datenträger der 90er (Symbolbild).Csaba Nagy / pixabay.com

 

  1. Innovationen in kurzer Reihenfolge

Dokumentationssoftware, Online-Beraterportal, Lern-App – das Berufsleben von Versicherungsmaklern ist von zahlreichen Innovationen geprägt. Sie können den Arbeitsalltag erheblich erleichtern und helfen dabei, Kunden zu gewinnen. Auf der anderen Seite müssen Vermittler bereit sein, Zeit in den Lernprozess zu investieren. Da ist es hilfreich, wenn hierfür neuartige Möglichkeiten bereitstehen. So gibt es z.B. nun den Beruf des virtuellen Assistenten. Dieser erledigt einem seine Administration und / oder bringt das eigene Unternehmen «digital» auf den neuesten Stand. So schreibt dieser u.a. Artikel, hält die Webseite aktuell und sorgt für regelmässiges posten (bei Instagram & Co.) und hilft so online präsent zu sein und weitere Leads zu erhalten. Ein gutes Beispiel hierfür ist: http://www.zeitfuerdeinbusiness.de.

  1. Neue Geschäftsfelder

Klar, es gibt Neuerungen, die offensichtlich sind: Eine Versicherung gegen Cybercrime wollte 1990 wohl kaum jemand abschließen. Es gibt aber auch Entwicklungen, die viel unauffälliger ablaufen, aber einen erheblichen Einfluss auf die Versicherungsbranche der Zukunft haben. Bestes Beispiel ist der Bereich Assistance. In den 1990er Jahren steckte diese Entwicklung höchstens in den Kinderschuhen. Mittlerweile gehört es zum guten Ton, dass die Versicherung den Abschleppdienst organisiert oder den passenden Handwerksbetrieb nach einem Schadenfall findet. Dieser Service lässt sich modernen Kunden gut anbieten und ist ein wichtiges Verkaufsargument. Zugleich müssen sich Vermittler dadurch mit Dingen zumindest grob auskennen, die früher als vollkommen fachfremd galten.

  1. Smart Home

Ein interessanter Trend in der Versicherungsbranche (und selbstverständlich nicht nur dort) ist das Smart Home. Was hat das mit der Hausratversicherung zu tun? Im Zweifelsfall eine ganze Menge. Im intelligenten Haus kann nämlich nicht nur der Kühlschrank Getränke bestellen. Ebenso sind Hausanlagen im Zusammenspiel mit Sensoren in der Lage, potentielle Gefahren zu erkennen, bevor es zu einem Schadenfall kommt.

  1. Mobilität mit allen Mitteln

Welche Versicherung passt zu einer jungen Familie, bei der die Eltern ihre Kinder mit dem E-Scooter befördern möchten? Noch um 2010 hätten Versicherungsmakler hier nur mit den Achseln gezuckt. Damals gab es schlicht keine E-Roller, keine Elektroscooter und so gut wie keine E-Autos. Mittlerweile finden sich passende Produkte für jede Art von Fortbewegung. Das erfordert von Versicherungen einen entsprechenden Tarif, um Fahrer, Gefährt und Beifahrer zu versichern. Damit steht die E-Mobilität beispielhaft für zahlreiche Entwicklungen, welche Flexibilität aufseiten der Versicherungsbranche erfordern. Sie sorgen zudem dafür, dass es jedes Jahr neue Dinge zu lernen gibt, die für die Weiterbildung von Maklern und Vermittlern besonders relevant sind.

Das waren zehn wichtige und entscheidende Veränderungen, die seit 1990 Versicherungen, Makler und Vermittler beschäftigt haben. Selbstverständlich gibt es daneben noch viele weitere Aspekte, die hier einen Platz verdient hätten. Die Beispiele zeigen, dass die Branche insgesamt viel flexibler werden musste. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren sicher weiter fortsetzen. Bei der aktuellen Geschwindigkeit von Innovationen kann der nächste Artikel dieser Art daher vermutlich schon in zehn Jahren erscheinen.

 

Digitale Weiterbildung – nicht nur in der Krise eine gute Lösung

Präsenzseminar oder digitale Alternative? In Coronazeiten stellt sich diese Frage nicht wirklich – es ist nur noch eine Variante sicher möglich. Digitale Alternativen sind aber viel mehr als eine Notlösung, sondern sparen auch Zeit und Geld. Schließlich hat auch die Versicherungsbranche mit Veränderungen und Einbußen aufgrund von Corona zu kämpfen. Besonders flexibel und günstig sind Programme zum komplett selbstständigen Lernen wie die App V-Quiz.

Präsenzseminare waren meist durchaus angenehme Veranstaltungen. Zum einen, weil es ja immer hilfreich ist, Neues zu erfahren und andere Perspektiven kennenzulernen. Zum anderen wegen ihrer sozialen Komponente: In den Kaffeepausen konnte man sich mit Kollegen austauschen und neue Kontakte knüpfen. Allerdings musste man sich die Zeit dafür auch nehmen, und oft kam noch eine längere Anfahrt dazu. Zudem kosteten sie Geld – entweder den Veranstalter, das Unternehmen oder die Teilnehmer. Räumlichkeiten und Referenten gibt es nicht umsonst.

Neue Risiken, wenig finanzieller Spielraum

Aktuell kann niemand sagen, wie lange der Alltag noch von Corona-Schutzmaßnahmen bestimmt sein wird. Das neue Risiko zieht zwangsläufig Veränderungen in der Versicherungsbranche nach sich. Fortbildung mag dabei noch das geringste Problem sein. Unternehmen fordern Geld aus Betriebsunterbrechungs- und Betriebsschließungsversicherungen, bei deren Vertragsunterzeichnung noch niemand je von einem Virus namens Sars-CoV-2 gehört hatte. Privatpersonen mögen zwar angesichts des neuen Risikos auch ein größeres Bedürfnis haben, sich und ihre Angehörigen abzusichern. Doch niemand geht gerne neue finanzielle Verpflichtungen ein, wenn der Job auf dem Spiel steht. In der Tourismus- und Veranstaltungsbranche beispielsweise ist auf absehbare Zeit kein Geld zu verdienen.

Weiterbildung ist Pflicht

Es gibt also viele Gründe, warum sowohl große Versicherungsunternehmen als auch kleinere Agenturen gerade ihr Geld zusammenhalten wollen. Andererseits gibt es die europaweite Verpflichtung durch die IDD (Insurance Distrubution Directive), dass jeder vertrieblich Tätige mindestens 15 Stunden pro Jahr in Weiterbildung investiert. So soll die Qualität der Beratung für den Verbraucher sichergestellt werden. Weiterbildung ist allerdings nicht nur Pflicht, sondern auch notwendig, um die Zukunft des eigenen Jobs zu sichern. Denn Qualität ist wichtig: So gaben bei einer Umfrage jüngst 71 Prozent an, dass sie spätestens beim Vertragsabschluss direkten Kontakt zu einem Vermittler oder Berater haben und individuelle Fragen stellen wollen – und damit neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Wer nicht mit Kompetenz überzeugen kann, wird künftig schwerer haben, zu bestehen. Fortbildung ist also wichtig für alle, die fachlich auf dem neuesten Stand bleiben und durch individuelle Beratung punkten wollen. Die sicherste Variante dafür ist aktuell digital. Sie kann auch stattfinden, wenn es neue Reise- oder Kontaktbeschränkungen gibt oder ein Teilnehmer Erkältungssymptome hat.

Auch Online-Fortbildung kostet

Selbstverständlich sind auch digitale Angebote nicht umsonst. Die Preise hängen allerdings davon ab, wie das Programm aufgebaut ist. Handelt es sich um ein Webinar, in dem alle gleichzeitig online sind und die Teilnehmer auch Fragen stellen können? Hier ist in der Regel die Teilnehmerzahl begrenzt, Kosten für den Referenten und die Technik fallen aber dennoch an und verteilen sich so auf nur wenigen Schultern. Diese Form der Fortbildung hat zugenommen, seit Präsenzseminare nur noch schwer möglich sind. Der Vorteil hier ist der direkte Kontakt mit dem Referenten. Um ein solches Angebot zu nutzen, muss die Internetverbindung ausreichend gut sein und die Teilnehmer sind an eine Uhrzeit gebunden. Die Kosten und die Zeit für die Anfahrt entfallen jedoch.

Eine andere Variante digitaler Fortbildungen sind Aufzeichnungen, die von einer unbegrenzten Zahl von Personen zeitlich flexibel abgespielt werden können. Hier sind die Kosten in der Regel geringer, da sie sich auf mehr Schultern verteilen. Dasselbe gilt für E-Learning-Programme, die so aufgebaut sind, dass die Nutzer sie selbstbestimmt anwenden können. Solche Programme gibt es auch für das Smartphone: Mit V-Quiz lässt sich das Fachwissen aus verschiedenen Bereichen des Versicherungswesens in Quizform wiederholen oder neu lernen, unabhängig vom Schreibtisch. Die zeitliche und räumliche Flexibilität solcher Angebote ist ein großer Vorteil. Diese Lernformen eignen sich gut für Themenbereiche, in denen es auf Faktenwissen ankommt.

Weiterbildung mit IDD-Nachweis

Ob interaktives Webinar oder mobile Lernapp: Um den Anforderungen der IDD Genüge zu tun, muss das Wissen auch nachgewiesen werden können. Das Online-Angebot muss also von den Zertifizierungsstellen als Weiterbildungsmaßnahme anerkannt sein. In Deutschland ist dies gutberaten, in der Schweiz Cicero, in Österreich ibw. Wie die Lernerfolgskontrolle bei Webinaren gehandhabt wird, hängt vom Konzept ab. Für Selbstlernprogramme ist eine Lernerfolgskontrolle zwingend vorgeschrieben. Diese schließen deshalb in der Regel mit Testfragen ab. Bei der Lernapp V-Quiz ist die Kontrolle integriert: Jede richtige Quiz-Antwort zählt. Um eine Stunde Fortbildung anerkannt zu bekommen, muss man 100 Quizfragen richtig beantwortet haben. Ob dies innerhalb eines Tages oder im Laufe von zwei Wochen geschah, ist dafür unerheblich. V-Quiz ist als Mittel zur Weiterbildung sowohl bei gutberaten als auch bei Cicero und ibw akkreditiert. Die Gebühren für die Lernapp sind niedrig und werden auch erst dann fällig, wenn der Nachweis im jeweiligen Land angefordert wird.

Digitale Fortbildung ist nicht nur eine Notlösung

Wir alle hoffen auf die Zeit, in der wir uns wieder entspannt persönlich treffen können – sei es auf einer Messe oder zum Austausch nach einem Seminar. Doch wir brauchen Lösungen, die uns unabhängig machen vom aktuellen Stand des Pandemiegeschehens und zudem noch finanziell vertretbar und praktisch sind. Mit digitalen Angeboten ist sowohl großen Unternehmen als auch kleinen Agenturen geholfen. Selbst wenn Präsenzseminare eines Tages wieder ohne gesundheitliche Bedenken möglich sind, werden wir zu schätzen wissen, dass man sich Fachwissen auch ohne lange Anfahrt, zeitlich flexibel und dazu kostengünstig aneignen kann. Denn das Geld muss ja auch hereinkommen. Kunden wollen beraten, Verträge vorbereitet werden. Es ist weitaus einfacher, ein Webinar in den beruflichen Alltag zu integrieren. Noch einfacher geht es mit der Lernapp. Eine Gelegenheit zum Kaffee mit Kollegen wird sich trotzdem finden!

Probieren Sie die App doch einfach aus! Sie finden diese unter
Auf der Internetseite www.v-quiz.de, im Google Play Store oder für Apple-Geräte im App Store: einfach V-Quiz eingeben.

 

Thomas Köhler

Founder & CEO

 

Zaigen GmbH

Speerstrasse 28

8038 Zürich

www.v-quiz.ch

Unser Produkt:

V-Quiz – die 1. akkreditierte App im Quizformat für die D-A-CH Region

Podcast der Pfefferminzia: Karen Schmidt interviewt Thomas Köhler zu „V-Quiz“

Podcast - IDD Stunden kostenlos testen

Hören Sie jetzt Folge 20 unseres Podcasts „Die Woche“

https://pfefferminzia.podigee.io/20-die-woche

Der neue digitale Alltag in der Weiterbildung

Nun ist die Weiterbildung auch immer ein Zeitfaktor. Damit Vermittler sich die Zeit für die verpflichtende Ausbildung selbst optimal einteilen können, empfiehlt sich das „Mobile Learning“. Unser Netzwerkpartner Thomas Köhler zeigt in seinem Artikel, was dahinter steckt – IDD-Nachweis inklusive.


In der Finanzberatung ist die online-Weiterbildung mittlerweile Standard. Mit Mobile Learning können Berater sogar spielerisch leicht IDD-Stunden sammeln.

Die Seniorin unterhält sich mit ihren Enkeln über WhatsApp-Live-Video. Der Firmenchef versammelt sein Team auf Zoom. All das gab es natürlich auch schon vor dem Corona-Frühling. Aber für viele war diese Zeit doch die der persönlichen technologischen Quantensprünge. Die gewachsene Nähe zu digitalen Geräten wird bleiben – auch in der Weiterbildung. Und möglicherweise wird gerade Mobile Learning davon profitieren.

Schon bevor die Coronakrise über uns hereinbrach und die Wirtschaft zunächst größtenteils lahmlegte, galten digitale Lernformen als Zukunftsmusik. Videos, Micro Learning, Blended Learnung und Mobile Anwendungen nahmen die Spitzenplätze ein, wenn Marktforschungsinstitute dazu Experten in der DACH-Region befragten (siehe Statista bzw. mmb-Trendmonitor). Mit den Kontaktbeschränkungen waren dann zunächst die digitalen Kommunikationstechniken selbst plötzlich ein Thema für Weiterbildung: Wie funktioniert eigentlich Zoom, und wie organisiere ich eine Videokonferenz? Laptops, Tablets und Smartphones ließen Firmen auch in der schlimmsten Krisenphase Kontakt mit ihren Mitarbeitern im Home Office halten.

Auch die Weiterbildungsbranche musste sich umstellen. Präsenzseminare waren zwischenzeitlich nicht möglich, konnten aber teilweise durch Online-Seminare ersetzt werden. Anbieter melden vor allem die Nachfrage nach virtuellen Klassenzimmern und Webinaren. In der Theorie hätten viele Unternehmen gerade in der Krise Zeit für die Weiterbildung ihres Personals gehabt. In der Praxis ist Weiterbildung allerdings auch ein Posten, der am einfachsten einzusparen ist, wenn dem Unternehmen die Einnahmen fehlen. Digitale Bildungsanbieter gehören deshalb nach einer Umfrage des mmb-Instituts nur teilweise zu denen, die von der Krise profitieren konnten.

Mobile Lern-Apps für Berater

Beispielsweise können anhand der Lern-App V-Quiz  alle Versicherungsberater und -makler ihr Wissen testen und erweitern – unabhängig von ihrer Firmenzugehörigkeit. Denn die dort vermittelten Bestimmungen und Fakten gelten größtenteils europaweit. Nationale Abweichungen werden dadurch aufgefangen, dass Anbieter für Deutschland, die Schweiz und Österreich verschiedene Versionen bereithalten. Ob Personen- oder Sachversicherung, Finanzmarkt oder Führung: Anhand von Quizfragen und Multiple-Choice-Antworten bewegen sich die Nutzer durch die einzelnen Sachgebiete, frischen eingerostete Kenntnisse auf, aktualisieren veraltete Informationen und erwerben neue – wann immer es gerade passt. Morgens vor dem Arbeitsbeginn oder in der Viertelstunde Leerlauf vor dem nächsten Termin, zuhause, im Büro oder unterwegs. Das Handy ist ja ohnehin dabei.

Weiterbildung muss nicht teuer sein

Viele Unternehmen mussten in der Krise den Rotstift zücken, weil ihnen die Einnahmen fehlten. Das traf auch den Bereich der Weiterbildung. Was kurzfristig hilft, das Geld zusammenzuhalten, kann langfristig allerdings teuer werden: Wer fachlich nicht auf dem neuesten Stand ist, wird auf Dauer gegen die Konkurrenz nicht bestehen. In der Versicherungsbranche gibt es sogar die Pflicht, sich weiterzubilden, um die Qualität der Kundenberatung sicherzustellen: die europäische Insurance Distribution Directive (IDD). 15 Stunden jährlich muss jeder mindestens absolvieren, der Kundenkontakt hat – sei dieser nun digital oder persönlich.

Für engagierte Außendienstler war und ist es oft schwierig, Präsenzseminare im Terminkalender unterzubringen. Bei Webinaren spart man sich zwar die Anfahrt, ist jedoch trotzdem zeitlich gebunden. In der Regel kosten diese Veranstaltungen auch Geld. Eine Mobilapp ist in mehrfacher Hinsicht vorteilhaft: Sie kann zeitlich flexibel angewendet werden, wenn es gerade passt, und sie lässt sich kostenlos herunterladen. Nutzer sollten darauf achten, dass eine vergleichsweise niedrige Gebühr erst dann fällig wird, wenn die mit richtigen Antworten erworbenen Quiz Coins in anerkannte Weiterbildungsstunden umgewandelt werden. Und: Auch solche spielerischen Apps sollten von den zuständigen Institutionen wie in Deutschland von gut beraten anerkannt sein.

E-Learning wird zum infektionssicheren Normalfall

Das Leben in Europa hat sich im vergangenen halben Jahr mehr verändert, als es sich jemand zuvor hätte vorstellen können. Und auch wenn es möglicherweise nicht mehr zu Lockdowns kommen sollte: Mit dem Coronavirus werden wir noch eine Zeit lang leben müssen. Das Smartphone und andere mobile Geräte haben sich in dieser Zeit als ein extrem nützliches Hilfsmittel erwiesen, um weniger zu reisen und trotzdem die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Auch ältere Menschen, die bisher nicht so verwachsen waren mit ihrem Handy wie die jüngere Generation, haben es zu schätzen gelernt. Noch können wir viele Folgen dieser Krise nicht absehen. Aber sicher ist: Nachdem die digitalen Fertigkeiten nun einmal im Ernstfall erprobt wurden, gibt es keinen Grund mehr, sie nicht weiter in gewissem Maße anzuwenden. Und für die Weiterbildung heißt das: Selbstgesteuertes E-Learning und Mobile Learning könnten zum infektionssicheren Normalfall werden – und dabei Zeit und Geld sparen.

Kontakt:

Thomas Köhler
Founder & CEO
Zaigen GmbH
Speerstraße 28
8038 Zürich

Web: www.v-quiz.de 

Mit diesen 9 Tipps können Vermittler wertvolle Zeit sparen

15 Weiterbildungsstunden müssen Vermittler im Jahr mindestens vorweisen, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Manch einer fragt sich angesichts des allgemeinen Arbeitsaufkommens, wie das denn zu schaffen sei. Thomas Köhler, Gründer und Geschäftsführer der Zaigen GmbH, liefert neun Tipps, wie Versicherungsvermittler im Arbeitsalltag Zeit sparen können.

Der Gesetzgeber schreibt seit 2018 für vertrieblich Tätige in der Versicherungswirtschaft mindestens 15 Weiterbildungsstunden im Kalenderjahr vor. Für die Versicherungsbranche handelt es sich um eine Umsetzung der europäischen Insurance Distribution Directive (IDD) in nationales Recht. Unter gutberaten.de haben sich Vertreter im Versicherungswesen zusammengeschlossen, um den Nachweis der gesetzlichen Erfordernisse in der Weiterbildung zu erleichtern. Zum anderen wollen sie über die Anforderungen des Gesetzgebers hinausgehen, und Versicherungsverkäufer zu Weiterbildungsmaßnahmen von mindestens 30 Stunden im Kalenderjahr motivieren.

Vielleicht fragen Sie sich – wie viele andere Vertriebler im Versicherungswesen auch – wie Sie die erforderliche Zeit für Weiterbildungsmaßnahmen noch in einen bereits fordernden Verkaufsalltag integrieren können? Möglichst viel Zeit sparen und das nicht nur bei Ihren Weiterbildungsbemühungen, heißt hier die Devise. Lernen Sie jetzt einige nützliche Techniken und
Hilfsmittel für eine größere Zeitersparnis bei Selbstorganisation, Verkauf und im Weiterbildungsbereich kennen.

1. Zeit sparen in der Selbstorganisation

Wer in der Versicherungsbranche vertrieblich tätig ist, hat immer einen zeitlich fordernden Arbeitstag. Dabei sind die notwendigen Tätigkeiten von recht unterschiedlicher Qualität. Verwaltungs-, Vor- und Nachbereitungsarbeiten wechseln sich mit aktiven Verkaufsgesprächen ab. Fahrzeiten sind meist zeitraubende Leerzeiten. Auch der Terminvereinbarung kommt eine hohe Bedeutung zu, sie fordert einen nicht unerheblichen Anteil der Arbeitszeit ein. Es stellt sich die Frage, wie diese verschiedenen Tätigkeiten besonders effektiv und effizient erledigt werden können, sodass am Ende noch Zeit eingespart wird.

2. Kein Multitasking

Wenn sehr viel Arbeit zu erledigen ist, liegt die Versuchung nahe, mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen zu wollen. Wer kennt die Situation nicht, neben einem Telefonat gleich noch eine E-Mail zu beantworten oder schon einen Blick auf die Vorbereitungsnotizen für das nächste Kundengespräch zu werfen. Das menschliche Gehirn ist für die gleichzeitige Erledigung mehrerer Aufgaben aber nicht gemacht. Konzentration und Fokus leiden, wenn mehrere Themen gleichzeitig die volle Aufmerksamkeit fordern. Lern- und Gehirnforscher wissen heute, dass
Multitasking nicht zur Zeitersparnis führt und viele Fehler nach sich ziehen kann. Es ist deshalb sehr zu empfehlen, eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen.

3. Ähnliche Aufgaben bündeln

Wenn man sich einmal dafür entschieden hat, eines nach dem anderen abzuarbeiten, kommt noch ein Aspekt der Verarbeitungsstruktur in unserem Gehirn entgegen: Es ist sinnvoll, gleichartige Aufgabenbereiche zu bündeln. Falls man etwa schon weiß, dass man am Vormittag mehrere Telefonate mit Kunden zu erledigen hat, bietet es sich an, diese Telefonate eines nach
dem anderen in einem Telefon-Block zu erledigen. Diese Bündelung von ähnlichen Aufgaben hat große Vorteile. Anders, als würde man etwa von einer E-Mail zu einem Telefonat
übergehen, muss sich das Gehirn nicht wieder auf einen neuen Aufgabenbereich einstellen. Ergebnisse der gebündelten Abarbeitung gleichartiger Aufgaben sind unter anderem eine größere Effizienz und Konzentration. Diese Faktoren führen wiederum dazu, dass man keine Zeit verschwendet und am Ende sogar Zeit sparen kann. Zufriedener werden Sie nach Abarbeitung
einer ganzen Liste von Aufgaben auch sein.

4. Pausen nicht vernachlässigen

Geht es um das Thema Zeitersparnis, mag es paradox klingen, sich mit Pausen zu beschäftigen. Jedoch benötigt unser Gehirn diese Pausen dringend, um in den Arbeitszeiten Höchstleistungen erbringen und die anstehenden Aufgaben effektiv erledigen zu können. Wissenschaftler schlagen heute sogar vor, in einem Zeitraum von 60 Minuten nur etwa 50 Minuten zu arbeiten, um danach einen zeitlichen Raum für Pausen von etwa 20 Minuten freizuhalten. Diese Pausenzeit kann in einem stressigen Alltag vielleicht nicht immer zu erreichen sein. Jedoch kann sich ein Zeitraum von 50 Minuten Arbeit gegenüber 10 Minuten Pause gut bewähren, um jederzeit optimal leistungsfähig zu bleiben. Nach einigen Stunden Arbeit sollte dann auch eine längere Pausenzeit eingeplant werden.

5. Meetings strukturieren und rigoros in kurzer Zeit erledigen

In vielen Vertriebsagenturen herrscht eine Meeting-Kultur, die Zeit raubt. Meetings haben nur dann einen Sinn, wenn sie effektiv strukturiert sind und möglichst kurze Zeiträume in Anspruch nehmen. Außerdem sollte man in einem Meeting immer auf ein Ergebnis hinarbeiten. Smalltalk sollte kleinen Zeitinseln, etwa in der Pausenzeit vorbehalten werden. Der reine Austausch von Informationen ist ebenfalls nichts, was in ein Meeting gehört. Hier sind andere Vermittlungswege wie kurze Telefonate, Memos oder E-Mails die besseren und
zeitsparenden Alternativen. Außerdem muss nicht jedes Meeting in Persona stattfinden. Telefon- und Videokonferenzen eignen sich sehr dafür, besonders strukturiert und fokussiert in kurzer Zeit Ergebnisse zu erzielen.

6. Emails sinnvoll bearbeiten und priorisieren

Elektronische Medien bringen viele Vorteile. Diese können sich auch in einer Zeitersparnis widerspiegeln. Allerdings verkehren sich diese Vorzüge ins Gegenteil, wenn man beispielsweise E-Mails nicht sinnvoll einsetzt. Dabei geht es vor allem um den Umgang mit eingehenden E-Mails. Nicht selten wird als erstes am Morgen bei Beginn des Arbeitstages mit dem Lesen der eingegangenen EMails begonnen. Nur in den seltensten Fällen haben diese E-Mails eine so hohe Priorität, dass sie an den Arbeitsanfang gehören, wenn die Konzentration am höchsten ist. Es kann deshalb mehr als sinnvoll sein, sich für die Bearbeitung von E-Mails einen bestimmten Zeitraum – etwa am späten Vormittag –freizuhalten, um am Morgen wirklich wichtige und umsatzsteigernde Maßnahmen zu erledigen.

Ebenso wichtig ist die Organisation von E-Mails. Hier kann man beispielsweise im E-Mail-Postfach Unterordner bilden, um grundsätzlich prioritären Nachrichten einen eigenen Ordner zuzuweisen. Wenn man sich mit seinen E-Mails beschäftigt, sollte man so vorgehen, wie es auch bei verkörperten Dokumenten und eingehenden Briefen sinnvoll ist. Briefe nicht mehrfach anfassen, sich daher mit E-Mails auch nicht mehrfach beschäftigen, sondern so oft wie möglich die Angelegenheit mit einer kurzen Antwort oder der Einleitung einer anderen Maßnahme endgültig abschließen.

7. Mit Apps die Selbstorganisation verbessern und Zeit sparen

Auch einige Apps können dabei helfen, die alltägliche Zeitplanung straffer zu organisieren. Im persönlichen Lebensalltag kann es zum einen darum gehen, die außerberuflichen Verpflichtungen mit Anwendungen wie „Prime Now“ und „Rewe Online“ zu entstressen. In die vertriebliche Organisation hinein reichen etwa „Evernote“, „Microsoft Teams“ und verschiedene Apps für Videokonferenzen. Hilfsmittel aus der agilen Projektbearbeitung wie „Trello“ können Zeit sparen, weil sie eine strukturierte und einfache Aufgabenerledigung ermöglichen, ohne sich dabei zeitlich zu verzetteln. Viele dieser Apps sind dabei sogar in der Basisversion kostenlos.

8. Zeitersparnis in Verkaufsgesprächen

Verkaufsgespräche können sich als echte Zeitkiller erweisen. Einige Maßnahmen können dabei helfen, die Kundengespräche möglichst effizient zu erledigen.

Den Kunden in die Agentur kommen lassen.

Es kann sinnvoll sein, den Kunden zum Verkaufsgespräch in die Agentur einzuladen. Das erspart den Zeitaufwand für den Fahrtweg
zum Besuch beim Kunden. Außerdem kann die professionelle und ruhige Verkaufsumgebung in der Agentur dazu beitragen, den Kunden leichter zum Abschluss zu bringen. Für die laufende Betreuung von Kunden kann sich eine Online-Betreuung zwischendurch anbieten. Hier kommt es auf die jeweiligen Umstände des Einzelfalls an. Es versteht sich von selbst, dass eine gute
Vorbereitung des Verkaufsgespräches ebenfalls zur Zeitersparnis beitragen wird.

Das Gespräch geschickt führen

Experten und Wissenschaftler haben sich damit beschäftigt, wie sich bestimmte Verhaltensweisen und Satzphrasen in einem Verkaufsgespräch im Versicherungswesen auswirken. Daraus können einige wertvolle Erkenntnisse abgeleitet werden. Versicherungsverkäufer sollten etwa Ich-Phrasen vermeiden. Diese können vom Kunden als Angriff gewertet werden, sodass er innerlich in eine Verteidigungshaltung geht. Die Folge ist, dass sich der Verkaufsabschluss eher hinauszögert. Bei den Formulierungen ist insgesamt auf sogenannte Killerphrasen zu achten. Der Kunde möchte beispielsweise mit einer Aussage wie „hier irren Sie sich aber“ nicht belehrt werden. Eine solche Phrase kann das Gespräch erheblich zurückwerfen und den Verkaufsabschluss am Ende zum Scheitern bringen.

Ein Stift und ein Block sind wertvolle Hilfsmittel im Verkaufsgespräch. Sie können damit ohne großen Aufwand Zahlen und Schlussfolgerungen mit wenigen Strichen dem Kunden veranschaulichen. Das kann den Fortgang des Verkaufsgespräches beschleunigen. Wichtig ist es außerdem, die Aufmerksamkeit des Kunden zu gewinnen und zu halten. Dazu trägt beispielsweise Anschauungsmaterial wie Schaubilder und Zeichnungen bei, weil sich so die Merkfähigkeit des Kunden um bis zu 70 Prozent steigern lassen soll.

9. Weiterbildungsstunden effizient und mit wenig Zeitaufwand absolvieren

Wenn es um die Weiterbildung in der Versicherungsbranche geht, wollen Sie möglichst effizient die Anforderungen der IDD und möglicherweise zusätzliche Empfehlungen Ihres Verbandes über gutberaten.de erfüllen. Wie lassen sich Weiterbildungsstunden ohne weitere terminliche Belastung in den schon engen Terminkalender drängen? Typische Präsenzveranstaltungen wie Seminare erscheinen unter dem Zeit Gesichtspunkt nicht als optimale Alternative. Hier müssten Sie zusätzliche Fahrtkosten und weitere zeitliche Aufwendungen investieren, die in der Regel zulasten Ihrer bereits eingeschränkten Freizeit gehen. Außerdem fallen Sie an Seminartagen für Ihre eigentliche Tätigkeit vollständig aus. Auch Online-Seminare nehmen in der Regel einiges an Zeit in Anspruch, selbst, wenn Anfahrt und Aufenthalt am Seminarort entfallen.

Eine Lösung könnte das V-Quiz sein. V-Quiz ist eine spezielle Lern-App für die Versicherungsbranche. Sie ist von gutberaten.de akkreditiert. Quizfragen vermitteln das Lernwissen und jede richtig beantwortete Frage wird mit Quiz-Coins belohnt. Diese fließen in 100er Einheiten in eine Stunde bestätigte Weiterbildungszeit ein. Die absolvierte Weiterbildungszeit wird dann in die
gutberaten.de-Datenbank übertragen.

Über den Autoren
Thomas Köhler ist Gründer und Geschäftsführer der Zaigen GmbH, die das Gamification-Tool V-Quiz auf den Markt gebracht hat.

Mehr zum V-Quiz erfahren Sie hier.

Podcast mit Patrick Hamacher: V-Quiz, Microsoft, Hygiene

#wirzusammen Podcast #72: Flott reinhören und abonnieren 🙂

Ein herbstliches Willkommen zu dieser 72. Folge von #wirzusammen. In dieser Folge erfahrt Ihr, warum heute ein guter Tag ist, um feinen Zwirn zu tragen und was das mit “How I met your Mother” zu tun hat. Im Interview mit Patrick erlebt Ihr Thomas Köhler, der mit seinem V-Quiz eine App an den Start gebracht habt, mit der Ihr Euer IDD-Weiterbildungskonto auffüllen könnt.

In unseren Themen & Tipps hört Ihr Neues von der digitalen DKM, über Hygiene auf Geldscheinen und Touchscreens und zu den Arbeitswelten von morgen. Und auch in dieser Episode erfreut Euch Franziska mit einem neuen Impuls, übrigens auch zum Thema Weiterbildung. Das musikalische Finale kommt diesmal aus Schweden und aus dem Jahr 2011. Have fun 🙂

Von guter und schlechter Führung

Wer kennt es nicht, dieses Gefühl, vom Chef mal wieder ungerecht behandelt worden zu sein? Oder als letzter in der Abteilung von den Umstrukturierungsmaßnahmen erfahren zu haben? Und wie oft denken wir, dass der Chef einfach keine Rücksicht darauf nimmt, dass wir schon viel zu viele Aufgaben bewältigen müssen und trotzdem munter weiter drauf gepackt wird?

Das Verhältnis zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem kann durchaus belastet und belastend sein. Das hat sicherlich oft mit einer falschen oder zumindest überzogenen Erwartungshaltung auf beiden Seiten zu tun. Was macht denn aber eigentlich eine gute Führungskraft aus? Soll der Vorgesetzte bester Freund sein? Ist ein Kuschelkurs im Büro hilfreich? Oder hilft eine förmliche Distanz, die beispielsweise durch das Siezen entsteht?

Unterschiedliche Typen von Führungskräften

Generell unterscheidet man verschiedene Führungskräftetypen. Sie unterscheiden sich vor allem dadurch, in wie fern Mitarbeiter in die Entscheidungsfindung involviert sind. Despotische und patriarchalische Führungsstile zeichnen sich dadurch aus, dass der Vorgesetzte Entscheidungen trifft und diese vom Mitarbeiter umzusetzen sind. Widerstände im Team werden nicht gewünscht und in der Regel nicht beachtet. Mitarbeiter leiden oft unter wenig Handlungsspielraum, müssen allerdings auch nur wenig Verantwortung übernehmen. Hierarchische oder partizipative Führungsstile geben dem Mitarbeiter die Möglichkeit, Einwände vorzubringen und Optimierungsvorschläge zu machen. Zu guter Letzt gibt es noch die kooperativen bzw. Laissez-Faire Führungsstile. Die Führungskraft gibt hier lediglich Rahmenbedingungen vor, die Mitarbeiter entscheiden selbstverantwortlich, wie eine Aufgabenstellung bearbeitet wird. Eine Kontrolle durch den Vorgesetzen findet im Prinzip nicht mehr statt. Was im ersten Moment nach viel Freiheit und Handlungsspielraum klingt, ist auch mit mehr Verantwortung verbunden.

Welcher Führungsstil angewendet wird, hängt stark von der Führungskraft ab. Sicherlich spielen auch die Branche, Abteilung und die Firmenkultur eine Rolle. So kann es beispielsweise in manchen Bereichen erforderlich sein, dass es ganz klare Vorgaben von oben gibt, während in anderen Abteilungen bewusst darauf geachtet werden muss, dass Mitarbeiter Verbesserungsvorschläge einbringen und sich aktiv an der Lösungsfindung beteiligen können.

Was dürfen wir von unserem Vorgesetzten erwarten?

Vorgesetzte sind auch nur Menschen. Sie haben gute und schlechte Tage, machen Fehler wie alle anderen und sind oft an der Belastungsgrenze. Druck von oben wird oft ungefiltert an die Mitarbeiter weitergegeben, oft tappen Vorgesetzte in die Falle, dass sie Mitarbeitern ihr Leid klagen, wie viel von ihnen erwartet wird und wie unmöglich das zu leisten sei. Das interessiert einen Mitarbeiter allerdings nicht. Und er muss dafür auch kein Verständnis aufbringen. Schließlich ist der Vorgesetzte freiwillig in seiner Position, wollte Verantwortung übernehmen und die Privilegien, die das mit sich bringt, auch in Anspruch nehmen. Bei allem Verständnis, dass es nicht immer nur Spaß macht, Chef zu sein, letztendlich wird niemand dazu gezwungen.

Deshalb dürfen wir erwarten, dass wir als Mitarbeiter fair behandelt werden. Dass unsere Führungskraft ihre Emotionen im Griff habt und neben den fachlichen Themen auch und vor allem menschlich überzeugt. Viele Führungskräfte haben verstanden, dass nur im Team Erfolge gefeiert werden können. Dass es langfristig nicht funktioniert, mit Druck zu führen und in einem Klima der Angst. Druck mag kurzfristig zu guten Leistungen führen und dazu, dass Projekte realisiert werden können. Langfristig führt es aber zu Widerstand und schlechter Stimmung. Wenn immer mehr Aufgaben in kürzerer Zeit erledigt werden sollen, dann spornt das auf Dauer nicht an, sondern ermüdet. Gute Führungskräfte haben ein Gespür entwickelt, wann es Sinn macht, Mitarbeiter anzutreiben. Und wann es Zeit ist, auch mal einen Gang zurückzuschalten. Wir sind keine Maschinen und können nicht dauerhaft unsere Leistungsgrenzen überschreiten.

Wenn sich die Akten auf dem Schreibtisch stapeln, wenn sich die unerledigten Punkte häufen und einfach keine Verbesserung in Sicht ist, dann muss eine gute Führungskraft eingreifen. Oft muten sich Mitarbeiter zu viel zu, wollen vielleicht auch in alle Themen eingebunden sein. Nicht selten gibt es aber einfach immer neue Themen und Projekte, E-Mail, die beantwortet werden wollen und Anrufe, die angenommen werden müssen. Dieses Pensum können Mitarbeiter irgendwann nicht mehr schaffen. Dies muss ein Vorgesetzter erkennen und eingreifen. Muss bei der Priorisierung helfen. Welche Aufgaben sind zeitkritisch, welche können geschoben werden? Welche können von einem Kollegen übernommen werden?

Schwierig wird es immer dann, wenn Führungskräfte zu weit weg sind, um überhaupt beurteilen zu können, ob die Fülle an Aufgaben von einem Mitarbeiter überhaupt bewältigt werden kann. Oder wenn Führungskräfte mit Leidenschaft und Engagement ihren Job ausüben und darüber vergessen, dass der Mitarbeiter vielleicht nicht mit ganz so viel Motivation Überstunden und Wochenendschichten einlegt.

Wie Motivation unsere Leistung beeinflusst

Überhaupt sollten sich Führungskräfte mehr Gedanken zum Thema Motivation machen. Motivation und ihre Auswirkungen sind im Arbeitsalltag nur schlecht messbar. Fakt ist allerdings, dass motivierte Mitarbeiter mehr Leistung bringen. Dass sie auch mal mehr tun, als erwartet wird, sich aktiver einbringen und Verbesserungen selbständig anstoßen. Wenn sie morgens nicht gerne arbeiten gehen oder innerlich vielleicht schon gekündigt haben, dann identifizieren sie sich nicht mehr mit ihrem Arbeitgeber. Dann erledigen sie ihren Dienst nach Vorschrift. Und wenn mal was liegen bleibt, dann sehen sie da locker drüber hinweg.

Aber wie können Führungskräfte Mitarbeiter motivieren? Wer hier nur an finanzielle Motivation in Form von Gehalt denkt, vergisst wesentliche Faktoren. Für viele Mitarbeiter spielen Weiterbildungsmöglichkeiten, die viel-zitierte Work-Life Balance, verantwortungsvolle Aufgaben oder ein kollegiales Umfeld mindestens eine genauso große Rolle, warum sie motiviert zur Arbeit erscheinen.

Gute Führungskräfte kennen die Motivatoren ihrer Mitarbeiter. Sie wissen, was sie antreibt und können dementsprechend auf sie einwirken. Wollen Mitarbeiter sich weiterbilden, dann muss diesem Wunsch entsprochen werden. Dabei muss nicht zwingend jeder Wunsch sofort möglich gemacht werden. Gemeinsam muss abgewogen werden, welche Fortbildungsmaßnahme für den Mitarbeiter und das Unternehmen sinnvoll ist und wann diese dann stattfinden kann. Allerdings müssen Mitarbeiter ihre Wünsche und Erwartungen auch äußern. Nur dann kann die Führungskraft versuchen, auf diese einzugehen.

Warum falsche Versprechungen nicht akzeptabel sind

Eine weitere Falle, in die Führungskräfte tappen können, ist Zusagen nicht oder nur verzögert einzuhalten. Oder sich mit schwammigen Kommentaren ganz aus der Affäre zu ziehen. Ob es um persönliche Absprachen zwischen Mitarbeiter und Vorgesetzten geht, was beispielsweise Gehalt, Arbeitszeit oder Weiterbildung angeht oder um inhaltliche Themen wie Deadlines und Projektinhalte, sollten Versprechen für beide Seiten verbindlich sein. Werden Zusagen und Vereinbarungen laufend gebrochen oder gebeugt, führt dies langfristig zu Spannungen.

Die Taktik von Vorgesetzten, von Mitarbeitern immer Vorleistungen zu verlangen und dann mit Belohnungen zu ködern, ist gefährlich. Ein Beispiel: Der Vorgesetzte verspricht seinem Mitarbeiter bei erfolgreicher Teilnahme an einem Projekt eine Gehaltserhöhung. Aus Sicht des Vorgesetzten kann sich der Mitarbeiter beweisen und erhält dann eine Belohnung. Wird in der Realität dann der Tag der Gehaltserhöhung immer wieder verschoben oder wird gar argumentiert, dass das Ziel nicht erreicht wurde, weil die Deadline beispielsweise nicht eingehalten wurde, empfinden Mitarbeiter dies oft als unfair. Vielleicht war man ja auf Input von Kollegen angewiesen. Vielleicht war das gewünschte Ergebnis zu schwammig. Besonders kritisch wird diese Vorgehensweise, wenn sie immer wieder praktiziert wird. Wenn eine mögliche Belohnung immer wieder in Aussicht gestellt wird, um Leistungen zu erzielen und dann aus fadenscheinigen Gründen verweigert wird.

Kurzfristig führt dies vielleicht dazu, dass Mitarbeiter mehr Leistung bringen. Auf Dauer führt es aber zu Frust und Resignation. Denn irgendwann nehmen Mitarbeiter die Versprechungen nicht mehr ernst und werden nicht länger bereit sein, engagiert ihre Arbeiten zu erledigen.

Wie viel Ehrlichkeit verträgt die Welt?

Falsche Versprechungen haben auch viel mit Ehrlichkeit zu tun. Und Ehrlichkeit ist die Basis für ein vertrauensvolles Verhältnis. Wenn wir Dinge zusagen, von denen wir wissen, dass wir sie nicht einhalten können, leidet das Vertrauen. Das gilt für Mitarbeiter und Führungskräfte gleichermaßen.

Aber wie ehrlich müssen Führungskräfte sein? Sollen sie ungefiltert alle Informationen weitergeben und so für volle Transparenz sorgen? Oder gibt es noch einen Zeitpunkt, wo es notwendig sein kann, bestimmte Informationen zurückzuhalten?

Führungskräfte müssen ehrlich sein, wenn es darum geht, Rahmenbedingungen mit dem Mitarbeiter zu definieren. Will der Mitarbeiter mehr Gehalt und dies ist nicht möglich, muss dies offen und ehrlich kommuniziert werden. Was auch der Grund sein mag, die wirtschaftliche Situation, das Gehaltsgefüge der Firma oder schlichtweg die Leistung des Mitarbeiters, es muss offen kommuniziert werden, warum auf einen Gehaltswunsch nicht eingegangen werden kann.

Vorgesetzte müssen auch ehrlich kommunizieren, wenn sie mit einem Mitarbeiter nicht zufrieden sind. Das mag für viele Führungskräfte unangenehm sein, ist aber Teil der Aufgabe. Wichtig ist, dass nicht pauschal Kritik geäußert wird. Wenn anhand von konkreten Beispielen aufgezeigt wird, was nicht wie gewünscht bearbeitet wurde, kann der Mitarbeiter reagieren. Und im besten Fall werden gemeinsam Verbesserungsvorschläge erarbeitet, damit dies zukünftig nicht mehr vorkommt.

Andersrum muss auch die Führungskraft mit Kritik und Feedback umgehen können und es zu schätzen wissen, wenn ein Mitarbeiter ehrlich Probleme anspricht. Diese Anregungen dürfen dann nicht einfach ignoriert werden. Sie müssen ernst genommen werden und es muss entsprechend darauf reagiert werden. Der Mitarbeiter sollte das Gefühl haben, dass er sich äußern kann und dies sogar explizit erwünscht wird. Ansonsten gehen viele gute Verbesserungsvorschläge verloren, Mitarbeiter stumpfen ab und entwickeln eine „Ist mir doch egal“ Einstellung.

Es kann aber auch Momente geben, in denen es als Führungskraft notwendig wird, Dinge nicht bzw. noch nicht anzusprechen. Sind beispielsweise organisatorische Veränderungen noch nicht spruchreif, sollten Vorgesetzte Gerüchten nicht noch Nahrung geben, in dem sie Überlegungen streuen. Oder nur bestimmte Personen in solche Themen einbinden, während andere nur durch Zufall davon erfahren. Hier liegt ein großes Potenzial für Unzufriedenheit, wenn das Gefühl entsteht, dass einige im Team Infos schneller erhalten als andere.

Wissen ist Macht und nichts wissen macht doch was

Mitarbeiter, die sich mi ihrem Arbeitgeber identifizieren, sind in der Regel leistungsfähiger. Woran das liegt? Die einfache Tatsache, sich zu etwas zugehörig zu fühlen, trägt dazu bei, Aufgaben gern, gewissenhaft und genau zu erledigen. Führungskräfte können ihren Teil dazu beitragen, dass dieses Identifikationsgefühl entsteht, in dem sie Transparenz schaffen und Mitarbeiter über aktuelle Vorgänge und Entwicklungen informieren. Und damit ist nicht der Flurfunk gemeint, sondern belastbare Informationen.

Wenn Führungskräfte ihr Wissen über Neuentwicklungen, organisatorische Änderungen oder die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens weitergeben, dann entsteht automatisch ein Wir-Gefühl. Transparenz trägt also dazu bei, dass Mitarbeiter sich als Teil der Fima sehen. Auch im Tagesgeschäft hilft Transparenz. Mitarbeiter fühlen sich abgeholt, wenn sie frühzeitig in Projekte eingebunden werden, wenn ihnen auch die Hintergründe bekannt sind und wenn sie die Unternehmenszeile kennen. Dann können sie ihr Handeln konsequent an diesen Zielen ausrichten. Werden sie zu spät oder nur halb involviert, dann fühlen sie sich außen vor. Plötzlich steigt der Bedarf, sich mit dem Kollegen über die unfaire Behandlung und weniger über das Projekt auszutauschen.

Selbstverständlich sollten sich Führungskräfte nie an Spekulationen und Gerüchten beteiligen und diese vielleicht mit Kommentaren noch anheizen. Was von der Führungskraft gesagt wird, wird mehr als wahr empfunden, da davon ausgegangen wird, dass die Führungskraft Hintergrundinformationen hat. Kommunikation ist also nicht nur das, was wir sagen, sondern auch das, was wir nicht sagen.

Kommunikation als entscheidender Faktor

Die Art und Weise wie wir kommunizieren, hat auch einen starken Einfluss darauf, wie wir als Team funktionieren. Tauschen wir Informationen bewusst aus oder erfolgt ein Informationsaustausch eher nach dem Zufallsprinzip? Müssen wir Informationen mühsam einholen oder werden sie geteilt? Insbesondere die Führungskraft kann dies beeinflussen. Werden regelmäßige Abteilungsmeetings eingeplant? Gibt es vielleicht Teamevents, die zum Teambuilding genutzt werden?

Kommunikation ist nicht nur das gesprochene Wort. Wir kommunizieren, insbesondere im Büroalltag, oft auch schriftlich. Es kann sicherlich in vielen Fällen hilfreich sein, Beschlüsse schriftlich festzuhalten. Allerdings sollte eine schriftliche Kommunikation nicht genutzt werden, weil man die persönliche Begegnung vermeiden möchte.

Führungskräfte müssen sich gut überlegen, in welcher Form Aufgaben kommuniziert werden. Reicht eine kurze mündliche Bitte um Erledigung oder werden Aufgaben schriftlich festgehalten? Oder erfolgt erst die mündliche Info und dann die schriftliche Bestätigung. Wenig angenehm ist es für Mitarbeiter, wenn die Führungskraft ihre Mitarbeiter aus Meetings oder abends vom Smartphone aus mit E-Mails bombardiert und auf diese Weise Aufgaben gibt. Für den Vorgesetzten mag es praktisch sein, in dem Moment, wo er über eine Aufgabe nachdenkt, diese sofort per E-Mail zu kommunizieren. De Wirkung beim Adressaten ist aber nur bedingt positiv, wenn zu allen Tages- und Nachtzeiten E-Mails mi kurzen, im schlimmsten Fall nur schwer verständlichen Aufgabenstellungen ankommen.

Anweisungen und Vorgaben müssen auf jeden Fall verständlich und nachvollziehbar sein. Die Erwartungshaltung der Führungskraft an den Mitarbeiter muss klar sein und sollte sich auch nicht täglich ändern. „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“ ist für Mitarbeiter anstrengend.

Schwierig ist für Mitarbeiter auch die Führungskraft, die so gar nicht kommuniziert. Die aufgrund der Vielzahl an Themen vielleicht vergisst, relevante Infos weiterzugeben. Oder die vielleicht Aufgaben zu spät delegiert. Manche Führungskräfte wollen ihr Wissen auch schützen und geben deshalb nur spärlich wichtige Fakten weiter. Für manche Führungskräfte ist dies auch eine Möglichkeit, ihre Mitarbeiter bewusst klein zu halten. Was das bringen soll, ist schleierhaft. Außer vielleicht Ärger, Frust und Unverständnis auf Seiten des Mitarbeiters.

Wie funktionieren Teams?

Im Endeffekt ist jede Führungskraft auch Teil des Teams und sollte sich auch in dieser Rolle sehen. Daher muss sie bestrebt sein, ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. Sie muss Kreativität und Austausch fördern und Mitarbeiter dazu anregen, selbständig und lösungsorientiert zu denken. Dies ist ganz bestimmt nicht mit einem Kuschelkurs gleichzusetzen. Wer beispielsweise ein Mitspracherecht will, kann sich dann nicht zurücklehnen und abwarten, bis andere den Lösungsvorschlag erarbeiten. Wer Freiheiten will, muss immer wieder beweisen, dass er zuverlässig ist und sich diese Freiheiten auch verdient hat.

Teams brauchen klare Spielregeln, an die sich alle im Team halten. Diese müssen klar kommuniziert werden und verbindlich sein. Und verbindlich heißt, für alle, die im Team mitarbeiten. Ein fairer Umgang, ein freundlicher Umgangston und Ehrlichkeit sorgen dafür, dass sich Menschen in ihrem Team wohlfühlen. Und dies ist wiederum die Voraussetzung, dass sie Leistung bringen und auch mehr tun, was vielleicht erwartet wird. Dass sie sich gegenseitig unterstützen.

Der Mensch ist ein soziales Wesen und als solches gerne Teil einer Gemeinschaft. Und gibt es doch mal Einzelkämpfer, dann müssen die sich an die Spielregeln im Team halten. Oder das Team verlassen. Wer ständig dagegen ist und die Regeln bricht, kann auf Dauer kein vollwertiges Teammitglied sein.

Gute Mitarbeiter sind nicht automatisch gute Führungskräfte

Wieso sind denn nun aber so viele Mitarbeiter mit ihrer Führungskraft unzufrieden? Führung ist nun mal auch nicht für alle das Richtige. Viele sind zwar fachlich fit, dennoch nicht in der Lage, der Kopf eines Teams zu sein.

Denn Führung heißt nicht nur, Aufgabe verteilen. Menschen zu führen heißt immer auch, Menschen zu entwickeln und sie zu begeistern. Ein Gespür dafür zu entwickeln, wann sie einen liebevollen Tritt in den Hintern brauchen und wann ihnen vielleicht auch eine Pause guttun würde. Führen heißt, Ziele zu definieren und die Aufgaben, die erledigt werden müssen, so auf das Team zu verteilen, dass diese bestmöglich erreicht werden können. Wer führen will, muss auch mal unangenehme Wahrheiten aussprechen oder Entscheidungen treffen. Überhaupt sind viele Führungskräfte erstaunlich zögerlich bei der Entscheidungsfindung. Machtkämpfe dürfen niemals auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden du die eigene Karriere zu fördern und dabei den Mitarbeitern zu viele Aufgaben aufhalsen, ist ein No-Go.

Wer also eine Führungsaufgabe übernimmt oder bereits in einer Führungsrolle ist, der sollte einige grundlegende Dinge beherzigen. Offene und ehrliche Kommunikation ist wichtig, damit Mitarbeiter sich als Teil der Organisation sehen und sich wertgeschätzt fühlen. Zu Dingen stehen, die vereinbart wurden, ist selbstverständlich.

Trotz offensichtlicher Führungsdefizite bleiben viele Führungskräfte in ihrer Führungsrolle. Konsequenzen, dass ihnen die Führungsaufgaben wieder entzogen werden, sind selten. Oft wird keine Notwendigkeit gesehen zu handeln, da eine schlechte Führungskraft nicht sofort zu beispielsweise Umsatzeinbrüchen, Kündigungen oder ähnlichem führt. Dass Teams vielleicht nur bedingt funktionieren, ist nicht sofort spürbar. Und messbar schon gar nicht.

Dennoch zeigt sich, dass gerade die Teams erfolgreich sind, die miteinander und füreinander arbeiten. Die gemeinsam Verbesserungsvorschläge entwickeln und diese umsetzen. Die sich auch zwischenmenschlich gut verstehen. Davon profitiert die Führungskraft, die mit ihrem Team Erfolge erzielt. Und die Mitarbeiter, die sich einbringen können und mit Begeisterung ihre Aufgaben erfüllen. Daher kann man nur hoffen, dass Führungskräfte dies verstehen und die Rahmenbedingungen im Team entsprechend gestalten.

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