Gamification – von Kindern Lernen lernen

Spielend lernen? Das ist kein Widerspruch. Thomas Köhler ist Gründer und CEO der Zaigen GmbH, die mit V-Quiz eine App entwickelt hat, mit der sich Vermittler mit spielerischen Mitteln weiterbilden können: in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In seinem Gastkommentar erklärt der Zürcher, warum Gamification auf für Erwachsene zu mehr Lernerfolg führen kann

So mancher benutzt das Wort „Spiel“ geringschätzig. Als Gegensatz zum „wirklich Wichtigen“, der Arbeit. Das ist ignorant gegenüber den wissenschaftlichen Erkenntnissen: Spielen erfüllt eine extrem wichtige Funktion in der Entwicklung des Menschen. Spielen und Lernen gehen Hand in Hand. In Zeiten, in denen „lebenslanges Lernen“ zur Grundvoraussetzung geworden ist, um überhaupt bis zum Rentenalter am Erwerbsleben teilnehmen zu können, setzen deshalb immer mehr auf „Gamification“ – auch für Erwachsene.

Spielen ist wichtig für die Entwicklung

Thomas Köhler, Founder und CEO der Zaigen GmbH

Die italienische Ärztin und Pädagogin Maria Montessori (1870-1952) bezeichnete das Spiel als die Arbeit des Kindes. So eigne es sich seine Fähigkeiten aus sich selbst heraus an, eine anregende Umgebung vorausgesetzt. Das Spiel hat auch eine wichtige Rolle in der Theorie des Schweizer Biologen und Entwicklungspsychologen Jean Piaget (1896-1980): Aus der Beobachtung seiner eigenen drei Kinder heraus entwarf er das Modell der vier Entwicklungsstufen, die aufeinander aufbauten. Die Erkenntnisschritte des Nachwuchses zeigten sich beim Spielen. Ein Beispiel: Erst, wenn das Kind begriffen hat, dass etwas trotzdem noch existiert, auch wenn es aus dem Gesichtsfeld verschwunden ist, kann man überhaupt Verstecken spielen.

Was ist eigentlich „Spielen“?

„Spielen“ wird normalerweise definiert als eine Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, aus Freude an ihr selbst und an ihrem Resultat ausgeübt wird. Darunter fallen sehr unterschiedliche Phänomene. Auch nach mehr als einem Jahrhundert Forschung gibt der menschliche Spieltrieb der Wissenschaft noch Rätsel auf. Unstrittig ist aber heute, dass Kinder über die vielen verschiedenen Formen des Spiels ihre körperlichen Fähigkeiten ausbilden, sich ihre Umgebung aneignen und soziales Verhalten trainieren.

Für Rolf Oerter, inzwischen emeritierter Professor für Entwicklungspsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, ist das Spiel unter anderem ein wichtiger Faktor zur Lebensbewältigung von Kindern und Jugendlichen. Je älter sie werden, desto komplexer werden auch die Spiele.

Phasen der Spiel-Entwicklung

Wie schon Piaget unterscheidet auch Oerter verschiedene Spielphasen, in denen sich die Entwicklungsstufe der Kinder zeigt:

  • ganz kleine Kinder erforschen die Welt durch Anfassen und Ausprobieren dessen, was sie sehen, mit den Händen und auch mit dem Mund (sensomotorisches Spiel, 0-2 Jahre). Kaum hat ein kleines Kind die Funktion eines Gegenstandes erfasst, wird er auch schon symbolhaft in das Spiel einbezogen, zum Beispiel der Kuchen aus Sand -oder der Stuhl als Auto (Symbolspiel/Als-ob-Spiel).
  • Kinder beginnen, zusammen zu spielen und gemeinsam in eine fiktive Welt einzutauchen – je älter, desto komplexer (Rollenspiel/Sozialspiel).
  • Ab einem Alter von ungefähr sechs Jahren sind Kinder in der Lage, Regeln zu verstehen und einzuhalten. Damit werden auch Spiele innerhalb eines festen Rahmens interessant (Regelspiele).

Wissenserwerb in der Kindheit

In keiner Zeit des Lebens müssen so viele Informationen aufgenommen und verarbeitet werden wie in der Kindheit und Jugend. Das Neugeborene weiß nichts über die Welt, in die es geraten ist. Ein Schulabgänger hat zwar noch keine große Lebenserfahrung, aber dennoch ein Basiswissen über die Gesellschaft und ihre geschriebenen und ungeschriebenen Regeln und Mechanismen. Nur einen Teil davon hat der junge Mensch explizit „gelernt“, zum Beispiel in der Schule – das meiste hat er sich beiläufig angeeignet, durch Beobachtung, Nachahmung und Spiel. So verschwendet ein Muttersprachler keine Gedanken an die Grammatik dieser Sprache, er spricht sie perfekt, noch bevor er die Regeln dazu nachlesen kann. Wie viel mühsamer ist es, später eine Fremdsprache zu lernen! Kein Wunder also, dass die Lernpsychologie schon lange versucht, Elemente beiläufigen, spielerischen Lernens zu nutzen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Erste Zielgruppe dieser Erkenntnisse, dass Spielen das Lernen unterstützen kann, sind Kinder und Jugendliche selbst: Neben all den Dingen, die sie aus persönlichem Interesse wie von selbst aufnehmen (Bandbiografien, Tricks für Computerspiele oder Details zur Pferdehaltung) soll ja auch die Schule möglichst erfolgreich absolviert werden. Die Konkurrenz um die Aufmerksamkeit des Nachwuchses ist heute groß. Immer mehr Schulen experimentieren deshalb mit „Gamification“. Das heißt: Einsatz von Spielelementen in einer spielfremden Umgebung.

In der Praxis: Es lockt vielleicht mehr, eine mathematische Gleichung zu lösen, wenn man die Aufgabe im Rahmen eines Spiels am Computer bewältigt und damit auch einen Drachen besiegt, als wenn man danach einfach nur das Heft zuklappt. Und es gibt inzwischen sogar attraktiv gestaltete Lernplattformen im Internet für den Nachmittag.

Spielerischer Wissenserwerb für Erwachsene

Eine 2018 veröffentlichte 170-Seiten Studie zu Gamification beurteilte diese Tendenz positiv und beschränkte sich nicht nur auf Kinder. Und warum sollte das Spielen auch mit dem Alter enden? Schon Friedrich Schiller schrieb in „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“: „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur ganz Mensch, wo er spielt.“ Ob man dem nun zustimmt oder nicht: Auch als Erwachsener eignet man sich je nach Motivation neue Dinge schneller oder weniger schnell und nachhaltig an. Fremdspracheninstitute nutzen schon lange Elemente wie eine spielerische App zum Vokabelnlernen, denn hier ist häufiges Wiederholen besonders wichtig. Und immer mehr Unternehmen nutzen dies, wenn sie ihre gesetzliche Weiterbildungspflicht erfüllen wollen. Dabei hilft auch der Trend zum Mobile-Learning.

Europa regelt Weiterbildungspflicht bei Versicherungen

Die gesetzliche Weiterbildungspflicht in der Versicherungsbranche ist in Europa aktuell über die IDD (Insurance Distribution Directive) geregelt. Diese verlangt, dass Versicherunsgmakler und Versicherungsberater 15 Stunden Fortbildung jährlich absolvieren müssen. Im Alltag ist das oft schwer zu organisieren. Doch es darf auch digital sein: Mit anerkannten Lern-Apps fürs Smartphone lässt sich digital vergessenes Wissen auffrischen und neues erwerben – immer dann, wenn gerade ein bisschen Luft ist. Die spielerische Quizform gehört nach der jüngsten Benchmarking- Studie zu den beliebtesten Formen des Mobile-Learning. Diesen Ansatz nützt auch die V-Quiz: sie ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Mittel zur Weiterbildung anerkannt.

„Vermittler haben mehr Lust auf Weiterbildung, wenn sie Spaß macht“

Weiterbildung ist für Versicherungsvermittler spätestens seit Inkrafttreten der Vertriebsrichtlinie IDD Pflicht. Wer dabei keine Lust auf Messen, Webinare & Co hat, könnte es mit der Weiterbildung in Quiz-Form versuchen. Wir haben mit Thomas Köhler, Gründer des V-Quiz, über das spielerische Lernen, die Lerninhalte und die Schnittstelle der App zu „gut beraten“ gesprochen.

Thomas Köhler: Grundsätzlich geht man davon aus, dass die Fachpersonen ein eigenes Interesse an Weiterbildung haben. Wenn dieser Bedarf dann auf attraktive, kurzweilige und fachlich kompetente Weiterbildungsmöglichkeiten trifft, dann dürfte die Motivation leicht zu erreichen sein. Andererseits ist Weiterbildung eben mit einem Zeitaufwand verbunden, hier kann V-Quiz helfen, da dieser Zeitaufwand optimiert ist. Das heißt man kann lernen, wann und wo man möchte, und spart sich zum Beispiel den Aufwand für die An- und Abfahrt.

Welche Vorteile hat das Lernen über eine Quizform?

Jeder kennt es: Ein Quiz regt auf spielerische Art zum Denken an, man ist schnell bei der Sache. Ist die eigene Antwort richtig, ist das ein schnelles Erfolgserlebnis. Ist die eigene Antwort falsch, erzeugt das einen Überraschungseffekt und eine Aufmerksamkeit, die dazu führt, dass man sich das Ergebnis besser merkt, als wenn man die Fakten nur irgendwo gelesen hätte.

Die meisten Menschen lassen sich gern ein bisschen herausfordern. Denken Sie an den Erfolg von „Wer wird Millionär“, wo die Zuschauer zuhause vor dem Fernseher mitraten, oder das Spiel „Quizduell“. Die Form funktioniert auch mit Inhalten aus dem Berufsalltag. Die Idee hinter V-Quiz war, dass die Leute mehr Lust haben auf Weiterbildung, wenn sie einfach verfügbar ist und auch ein bisschen Spaß macht.

Haben Sie ein Beispiel, wie eine Lerneinheit aufgebaut ist?

Nun, es gibt zehn verschiedene Themengebiete. Die Lerneinheiten sind eine Stunde, drei Stunden oder fünf Stunden, wobei diese nicht am Stück bearbeitet werden müssen, sondern man kann diese so oft stückeln wie man möchte.

Dem Makler werden im Quiz-Format Fragen gestellt, welche er beantwortet. Bei jeder richtig beantworteten Basis-Frage, erhält er einen Quiz-Coin. Bei einer Expert-Frage sind es zwei Quiz-Coins. Eine Weiterbildungsstunde entspricht rund 100 „richtig“ beantworteten Basis-Fragen. Beantwortet man eine Expert-Frage, erhält man zwei Quiz-Coins, das heißt, man könnte dann mit rund 50 richtig beantworteten Fragen die Weiterbildungsstunde erfüllen. Das V-Quiz ist bei der Initiative „gut beraten“ und erfüllt daher die IDD.

Zu welchen Themen können sich Makler weiterbilden?

Wir bieten folgende Kurse an: Allgemeine Branchenkenntnisse, Zahlen-Definitionen, Sachversicherung, Personenversicherung, Vermögensversicherung, Sozialversicherung, Führung/Verkauf, Recht/Compliance, Organisation/Strategie/Schaden und Finanzmarkt/Rückversicherungen. In Summe stehen derzeit rund 8 000 Fachfragen zur Verfügung. Den Fragenpool bauen wir stetig aus und aktualisieren ihn jährlich.

Wie funktioniert die Schnittstelle der App mit der Initiative „gut beraten“?

Nachdem der Nutzer einen Kurs abgeschlossen hat, kann er diese Weiterbildungszeit beantragen. Tut er das, sendet die App ihm eine Rechnung. Sobald diese beglichen ist, werden dem Nutzer die Weiterbildungsstunden auf seinem gutberaten-Konto gutgeschrieben. Verfügt der Nutzer über kein gutberaten-Konto erhält er eine IDD-fähige Teilnahmebescheinigung.

Was brauchen Makler, um die App nutzen zu können?

Der Nutzer benötigt nur ein Smartphone. Er kann im App-Store oder Play Store die App downloaden – einfach „V-Quiz“ eingeben. Dann downloaden, registrieren, kostenfrei spielen und Fachwissen testen – und bei Bedarf natürlich die Weiterbildungsstunden beantragen.

Karen Schmidt

Karen Schmidt ist seit Gründung von Pfefferminzia im Jahr 2013 Chefredakteurin des Mediums.

 

Weiterbildung kann Spaß machen – Versicherungsmagazin.de

Versicherungsvermittler haben seit kurzem die Möglichkeit, sich auf spielerische Art und Weise weiterzubilden. Möglich macht es die Lern-App „V-Quiz“. Das Züricher Unternehmen Zaigen GmbH hat die deutsche Version von V-Quiz Ende September 2019 gelauncht. Das Vorbild der Anwendung, ist seit Herbst 2018 in der Schweiz erhältlich.

Die Applikation ermöglicht es Versicherungsvermittlern, sich gemäß der IDD- Richtlinie weiterzubilden und sich die entsprechenden Stunden über die Weiterbildungsinitiative „Gut beraten“ eintragen zu lassen. Mit dieser Funktion sei die App die erste ihrer Art im D-A-CH-Raum erläutert Thomas Köhler, Gründer und Geschäftsführer des Start-ups. Auch in Österreich ist die Lern-App seit Ende September zertifiziert und steht zum Download bereit. Die Fragen wurden für jedes Land speziell entwickelt.

Automatische Wissenskontrolle

Nach erfolgreicher Registrierung haben die Nutzer die Wahl, entweder den einfachen Spielmodus zu wählen oder aktiv Quiz-Coins zu sammeln, die sie später in Weiterbildungsstunden umwandeln können. Erst bei deren Beantragung fallen Kosten für die Lernenden an.

Eine Wissenskontrolle erfolgt automatisch und Wiederholungen festigen das Erlernte. Zudem gewähren die über 6.000 verfügbaren Fragen einen breiten Überblick über das Versicherungswesen. Die Fragen sind für jedes Land spezi􀀀sch entwickelt worden. Das Themenspektrum reicht von den verschiedenen Versicherungsarten, über rechtliche Fragen, bis hin zu allgemeinem Wissen über den deutschen Finanzmarkt.

Außendienst kann kleine Pausen nutzen

„Flexibilität und Freiheit für den Außendienst“, sieht Köhler als besonderen Vorteil von V-Quiz. Die Anwender könnten Lückenzeiten, etwa vor einem Kundentermin für ihre Weiterbildung nutzen. Die Spielweise ist einfach erklärt und Nutzer könnten praktisch sofort nach dem Download loslegen. Aufgrund des Quiz-Charakters gestalte sich der Lernprozess modern und abwechslungsreich. Die App biete auch Spielspaß für interessierte Laien.

Die Applikation ist für Android im Play Store („V-Quiz“, am besten mit Anführungsstrichen eingeben) sowie im App Store für iOS (V-Quiz D) verfügbar.

 

 

 

Neue Quiz-App für Versicherungsvermittler – AssCompact

2.10.2019 – Spielend lernen und Punkte für Weiterbildung sammeln: Das ist die Idee der neuen App „V-Quiz“. Die Nutzung des Tools kostet nichts, erst für die Bestätigung gemäß IDD berechnet der Anbieter Zaigen 20 Euro pro Stunde.

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Die Zaigen GmbH veröffentlichte Ende September die deutsche Version seines „V-Quiz“ nach Schweizer Vorbild. Die App soll Versicherungsprofis ermöglichen, sich gemäß der IDD-Richtlinie weiterzubilden und sich die entsprechenden Stunden über die Initiative „gut beraten“ anrechnen zu lassen.

Hauptzielgruppe Makler

Die App adressiert nach Aussage von Zaigen-Geschäftsführer Thomas Köhler „jeden, der sich gemäß IDD weiterbilden muss. Das heißt, angestellte Verkäufer, selbstständige Ausschließlichkeits-Vertreter und natürlich Makler“.

Die angestellten Verkäufer hätten genügend interne Seminare, während Makler sich ihre Weiterbildung selber organisieren müssten. „Damit sind Makler unsere Hauptzielgruppe“, so Köhler weiter.

Nach der erfolgten Registrierung haben Nutzer die Wahl, entweder den „einfachen“ Spielmodus zu wählen oder aktiv sogenannte „Quiz-Coins“ zu sammeln, die sie später in Weiterbildungsstunden umwandeln können.

Über 6.000 Fragen zum Versicherungswesen stelle das Quiz zur Verfügung. Eine Wissenskontrolle erfolgt nach Anbieterangaben automatisch. Das Themenspektrum reicht von den verschiedenen Versicherungsarten, über rechtliche Fragen, bis hin zu allgemeinem Wissen über den deutschen Finanzmarkt.

Umsonst spielen, Bildungsnachweis kostet

„Jeder, auch Studenten oder Azubis können die App kostenfrei nutzen, um sich beispielsweise auf Prüfungen vorzubereiten“, wirbt Köhler. Die Nutzung des Quiz-Tools ist zwar kostenfrei, aber „wer eine Bestätigung für Gutberaten.de erhalten möchte, bezahlt dann je Weiterbildungsstunde 20 Euro“, erklärt der Geschäftsführer.

Des Weiteren ist der Anbieter mit verschiedenen Versicherern im Gespräch um Rahmenverträge abzuschließen. Die Gesellschaften könnten so ein
„Weiterbildungskontingent“ für ihren Vertrieb einkaufen. Diese Vereinbarung beinhalte für die Unternehmen günstigere Konditionen. Denkbar wären laut Köhler auch
„White-Label-Modelle“.

 

 

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